Verliehen wird die Auszeichnung «European Green Capital Award» von der Europäischen Kommission an jene Städte, die sich durch eine besonders ambitionierte Nachhaltigkeitspolitik auszeichnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Stadt Teil der Europäischen Union ist oder nicht. Der Basler Stadtpräsident Beat Jans (SP) findet, dass auch die Stadt am Rheinknie diesen Preis verdient hätte und lanciert nun das Bewerbungsverfahren für das Jahr 2025.
Das sind die bisherigen Gewinnerinnen
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Bild 1 von 12. 2010 – Stockholm. Bereits damals hat Schwedens Hauptstadt seine Treibhausgasemissionen gegenüber dem Referenzjahr 1990 deutlich verringert. Dies, sowie die Tatsache, dass nahezu alle Menschen maximal 300 Meter von einem Park oder einer Grünfläche entfernt wohnen, überzeugte die Jury. Bildquelle: colourbox.de.
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Bild 2 von 12. 2011 – Hamburg. Die Stadt hat sich ehrgeizige CO2-Ziele gesetzt und zeichnet sich durch ein dichtes öffentliches Transport-Netz aus. Honoriert wurde mit der Auszeichnung aber auch, dass die Stadt sehr bemüht ist, nach innen zu verdichten und nicht weiter ins Grüne zu wachsen. Bildquelle: imago images/Shotshop.
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Bild 3 von 12. 2012 – Vitoria-Gasteiz. Die Hauptstadt des Baskenlands überzeugt mit ihren vielen Grünflächen in und um die Stadt herum, mit denen die Artenvielfalt gefördert wird. Die grüne Stadt, wie sich Vitoria-Gasteiz stolz auch selbst nennt, will zudem den Wasserverbrauch weiter reduzieren auf 100 Liter pro Kopf und Tag. Bildquelle: César San Millán, 2019.
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Bild 4 von 12. 2013 – Nantes. Weniger Autoverkehr im Zentrum, dafür mehr Fussgängerzonen und Velowege – diese Pläne der französischen Stadt verhalfen ihr zum Sieg. Ebenfalls eine Rolle spielt, dass Nantes das elektrische Tram wiedereingeführt hat. Bildquelle: shutterstock/Torres-Olivier.
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Bild 5 von 12. 2014 – Kopenhagen. Dänemarks Hauptstadt setzt voll auf öffentlich-private Partnerschaften. Dank ihnen und einer visionären Stadtplanung konnte Kopenhagen seinen CO2-Ausstoss schon stark senken und will bis 2025 komplett klimaneutral sein. Die Stadt setzt voll aufs Velo als Verkehrsmittel und schon in Kürze soll die Hälfte aller Leute mit dem Zweirad unterwegs sein. Bildquelle: shutterstock/Arcady.
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Bild 6 von 12. 2015 – Bristol. Die Stadt im Südwesten Englands beeindruckt die Jury mit riesigen Investitionen, die sie für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs (eine halbe Milliarde Euro) und erneuerbaren Energien (300 Millionen Euros) budgetiert hat. Bildquelle: shutterstock/Robyn of Exeter.
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Bild 7 von 12. 2016 – Ljubljana. Mit der Auszeichnung wird der grosse Effort gewürdigt, mit dem die slowenische Hauptstadt in den letzten 10 Jahren im Zentrum die Fussgängerzone stark erweitert und den öffentlichen Verkehr ausgebaut hat. Vorbei sind die Zeiten, wo Autos lärmten und die Luft belasteten. Heute lässt es sich im Stadtzentrum in Ruhe flanieren. Bildquelle: shutterstock/Luca Lorenzelli.
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Bild 8 von 12. 2017 – Essen. Einst berühmt für den Kohleabbau, mauserte sich Essen im Ruhrgebiet seit der Schliessung der letzten Zeche 1986 in ein Finanzzentrum. Entstanden sind dafür viele grüne Korridore durch das Stadtgebiet, so wie der Krupp-Gürtel. Bildquelle: shutterstock/anweber.
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Bild 9 von 12. 2018 – Nijmegen. Die Stadt im Osten der Niederlande will nicht einfach von oben herab einen umwelt- und klimafreundlichen Kurs verschreiben. Ihre ehrgeizigen Ziele will Nijmegen gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohner erreichen. Die ganze Bevölkerung soll mitwirken und sich an diversen Projekten beteiligen. Bildquelle: Getty Images/Westend61.
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Bild 10 von 12. 2019 – Oslo. Schon in wenigen Jahren will Norwegens Hauptstadt einen klimaneutralen ÖV vorweisen. Unter anderem dafür hat Oslo extra ein Klima-Budget einführt. Zudem ist die Fjord-Stadt daran, seine unzähligen Kanäle und Wasserwege wieder zu öffnen und für die Menschen zugänglich zu machen. Bildquelle: shutterstock/photovideoworld.
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Bild 11 von 12. 2020 – Lissabon. Auch wenn Portugals Hauptstadt besonders stark unter der Finanzkrise gelitten hat, beweist sie, dass Umweltschutz und Wirtschaftswachstum Hand-in-Hand gehen können, so die Jury. In den letzten Jahren entstanden neue Velowege, Grünflächen, ein Velo-Verleihsystem sowie 500 Ladestationen für Elektroautos. Bildquelle: shutterstock/Rudy Balasko.
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Bild 12 von 12. 2021 – Lahti. Bewohner, Forscherinnen der Universität, lokale Firmen und die Behörden kämpfen gemeinsam gegen die Eutrophierung des Vesijärvi-Sees. Zudem investierte die finnische Stadt grosse Summen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Untergrund-Parkings, sowie Velo- und Fussgängerwegen. Bildquelle: shutterstock/Elena Noeva.
Mit mehr als zwei Drittel des weltweiten Energie-Konsums und über 70 Prozent der weltweit verursachten CO2-Emissionen sind Städte wesentliche Verursacher des Klimawandels. Gleichzeitig hätten sie als Ort der Innovation massgeblich zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen, heisst es im Basler Klimaschutzbericht. «Ich spüre gerade auch bei vielen Firmen, dass sie in diesem Bereich vorwärtsmachen wollen, damit wir als Standort und Arbeitgeber attraktiv bleiben», sagte Jans heute an einer Pressekonferenz.
Mehr Klimaschutz – das sei auch das erklärte Ziel der Regierung. Mit einer Kandidatur für den European Green Captial Award könne man zeigen, wie ernst es Basel-Stadt mit dem Klimaschutz meint. Um sich zu bewerben, müsse man nun eine Bestandsaufnahme der bisherigen Umweltmassnahmen machen und dann weitere Massnahmen zu entwickeln, die ab 2023 umgesetzt würden. Kostenpunkt nur für das Bewerbungsverfahren: 300'000 Franken.
Basel setzt auf Elektromobilität und neue Stadtareale
«Wir wollen uns im Bereich der Elektromobilität und erneuerbaren Energien verbessern», sagt Jans. Bereits sehr weit sei man mit dem Ausbau des Fernwärmenetzes, dank dessen immer wie mehr Ölheizungen in der Stadt verschwinden. Ausserdem gibt es viele ehemalige Industrieareale, wo nachhaltige Quartiere entstehen und auch Start-ups aus diesem Bereich angezogen werden sollen.
Der ganze Prozess soll Private und Firmen für mehr Klimaschutz motivieren, so Jans. So gesehen sei für ihn der Bewerbungsprozess an sich schon wertvoll, ein Sieg fast schon zweitrangig. Ob Basel 2025 Europas Umwelthauptstadt wird, das entscheidet eine Jury in zwei Jahren.