Trockenheit in der Schweiz: Auf der Alpennordseite war praktisch jeder Monat des Jahres trockener als sonst. Das führte zu tiefen Pegelständen bei Flüssen und Seen und beim Grundwasser.
Hilft der Regen der letzten Woche? «Es war ein Anfang», sagt Edit Oosenbrug, Hydrologin beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), «doch bis sich das ganze System nachhaltig erholt, braucht es noch mehr Regen.» Bis das Wasser tief in die Böden eingedrungen sei, dauere es noch länger.
Die Situation in den Flüssen: Die kleinen und mittleren Flüsse haben sich schon etwas erholt. Die Niedrigwassersituation habe sich entspannt, so Oosenbrug. Im Tessin sei dies schon im Oktober der Fall gewesen.
Die Situation in den Seen: Auch bei den Seen sind die Wasserstände etwas höher geworden, allerdings braucht es noch länger, da dort grosse Volumina fehlen. «Bei den grossen Seen, zum Beispiel beim Bodensee, braucht es noch viel mehr. Dort fehlt wirklich sehr viel Wasser.»
Die Situation beim Grundwasser: Im Tessin und im Graubünden habe sich nach den Regenfällen Ende Oktober die Lage entspannt, sagt Oosenbrug. Auf der Alpennordseite brauche es noch viele Niederschläge. «Hier haben erst diejenigen Pegel reagiert, die nahe an der Oberfläche oder in einem Karstgebiet sind». Grundsätzlich sind die Pegel landesweit noch sehr tief. In Karstgebieten ist das Gestein durchlässiger.
Aussicht für die kommenden Jahre: Es werde vermehrt im Winter regnen anstatt schneien, da die Winter wärmer werden. Auch mit trockenen Sommern sei laut Klimaszenarien vermehrt zu rechnen, sagt Hydrologin Oosenbrug.