Mit einem Brief und Gesprächen in den USA versuchte das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco noch vor zwei Wochen, die Administration Trump günstig zu stimmen. Doch diese diplomatischen Aktivitäten scheinen vorerst nichts genützt zu haben. US-Präsident Trump kündigte für die Schweiz Zölle von 31 Prozent an – höher noch als diejenigen für die EU von 20 Prozent.
Mitte: Schweiz hat geringe Chancen
«Wer in der Schweiz gehofft hat, dass Trump die Schweiz als gesonderten Fall betrachtet, sieht sich jetzt getäuscht», sagt Mitte-Präsident Gerhard Pfister, und kritisiert damit auch den Bundesrat. Die Chancen, dass sich die Schweiz jetzt in Washington Gehör verschaffen kann, sieht Pfister «als eher gering» an, auch wenn die Schweiz von den Handelszahlen her durchaus gute Argumente hat.
Die Chancen dafür, die Zölle wegzuverhandeln, erachte ich als eher gering.
So hat die Schweiz Anfang 2024 alle Industriezölle abgeschafft, sie ist eine grosse Investorin in den USA und sie hat weniger Regulierungen als die EU. Zudem ist bei den Dienstleistungen die Handelsbilanz zwischen der Schweiz und den USA genau umgekehrt als bei den Waren.
SP: Massnahmen gegen Firmen von Elon Musk
«Es braucht jetzt eine klare Antwort der Schweiz», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. «Wir erwarten vom Bundesrat, dass er Haltung bezieht, dass er sich mit den europäischen Partnern abspricht und dass er im Notfall Gegenmassnahmen ergreift.»
Es braucht gezielte Massnahmen gegen dieses Regime.
Dabei denke er an «gezielte Massnahmen gegen dieses Regime», zum Beispiel auch gegen die Firmen von Elon Musk. Die Abschaffung der Industriezölle vor einigen Jahren sei ein kapitaler Fehler gewesen. «Jetzt fehlt der Schweiz das Instrument, um hier auch Gegendruck zu machen.»
SVP: einen Deal mit Trump finden
«Donald Trump versucht jetzt, gegenüber der ganzen Welt Härte zu zeigen, sie zu Tarifsenkungen zu bewegen – um dann vielleicht in einem halben Jahr einen grossen Deal zu verkünden», sagt SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. Die Schweiz müsse jetzt das Gespräch mit Washington suchen.
Ich bin überzeugt, es wird sich eine Lösung mit den USA finden.
Trump sei «ein Dealmaker. Er möchte mit der Schweiz einen Deal abschliessen». Daher ist Aeschi «überzeugt, es wird sich eine Lösung mit den USA finden».
FDP: Steuern senken, Währungspolitik anpassen
«Wir müssen jetzt einerseits schauen, dass die Schweizer Politik in den USA Einfluss nehmen kann, aber andererseits müssen wir unsere Hausaufgaben machen», sagt FDP-Präsident Thierry Burkart. Die Schweizer Wirtschaft solle durch die Senkung von Steuern, Abgaben und Gebühren noch wettbewerbsfähiger werden, auch die Lohnnebenkosten dürften nicht steigen.
Wir sollten Subventionen überprüfen und streichen, den Staat entschlacken.
Überdies sollte die Schweiz bei Subventionen und in der Währungspolitik keine Angriffsfläche mehr bieten. «Wir sollten Subventionen überprüfen und streichen, den Staat entschlacken.» Im Übrigen rufe er die Nationalbank dazu auf, «ihre Politik der Abwertung des Schweizer Frankens zu überprüfen und allenfalls zu reduzieren», so Burkart.