- Die Stilllegung der AKW und die Entsorgung radioaktiver Abfälle dürfte rund 700 Millionen teurer werden als bisher berechnet.
- Unabhängige Experten haben die aktuellste Kostenstudie überprüft und kommen zum Schluss: Die Kosten betragen rund 23,5 Milliarden Franken, 13 Prozent mehr als vor fünf Jahren.
Die voraussichtlichen Kosten werden alle fünf Jahre neu berechnet. Auf Basis der Kostenstudien werden die Beträge festgelegt, welche die AKW-Betreiber in die Fonds einzahlen müssen. Die Basis liefert der Branchenverbrand der Kernkraftsbetreiber swissnuclear.
Nun haben unabhängige Experten die Kostenstudie 2016 in den vergangenen Monaten überprüft, wie die Kommision für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds (Stenfo) mitteilte. Dazu haben sie die Studie mit den Stilllegungs- und Entsorgungskosten ausländischer AKW verglichen und vor allem auf den Sicherheitszuschlag fokussiert.
Uvek entscheidet in kommenden Monaten
Die Experten empfehlen weiterhin einen generellen Sicherheitszuschlag. Dieser berücksichtigt die Wahrscheinlichkeit von Kostenüberschreitungen und soll sicherstellen, dass bei der Ausserbetriebnahme der AKW die erforderlichen mittel vorhanden sind.
Insgesamt rechnen die Experten mit Gesamtkosten von 23,484 Milliarden Franken. Für diesen Betrag hat Stenfo dem Umweltdepartement Uvek einen Antrag gestellt. Das Uvek dürfte in den kommenden Monaten über die Höhe der Kosten entscheiden.
An der ungeprüften Kostenstudie 2016 hatte die Schweizerische Energiestiftung im Mai Kritik geübt. Sie bezeichnete die Studie als zu optimistisch und forderte höhere Beiträge.