Wie wird die Zuger Wirtschaft von der Bevölkerung wahrgenommen? Wie viel Wirtschaftswachstum verträgt es im Kanton Zug? Und ist die internationale Ausrichtung des Wirtschaftsplatzes Zug eher Chance oder Risiko? Mit diesen und weiteren Fragen wollte der Dachverband Zuger Wirtschaftskammer der Bevölkerung den Puls fühlen. Nun liegen die Resultate dieser repräsentativen Umfrage vor.
Die Zuger Wirtschaft schneidet in der Umfrage insgesamt sehr gut ab. Die klare Mehrheit der Befragten hat zur Zuger Wirtschaft eine positive Einstellung (71 Prozent sehr/eher positiv). Selbst unter Sympathisanten von SP und Grünen beträgt hier die Zustimmung über 60 Prozent.
Die Bevölkerung erkennt, wie viel die Wirtschaft zum Wohlstand und zur Infrastruktur beiträgt.
Zudem ist die Kantonsbevölkerung fast einstimmig der Meinung, dass die Zuger Wirtschaft durch die Schaffung von Arbeitsplätzen ein zentraler Pfeiler der Gesellschaft sei (89 Prozent voll/eher einverstanden). Sie leiste auch einen wichtigen Beitrag in der Ausbildung und Berufslehre.
Katharina Gasser, Präsidentin der Zuger Wirtschaftskammer, nimmt diese Resultate erfreut zur Kenntnis: «Die Zuger Bevölkerung erkennt, wie viel die Wirtschaft zum Wohlstand, zur Infrastruktur und zum Steuersubstrat beiträgt.»
Bei der Beurteilung von möglichen Folgen des Wirtschaftswachstums zeigt sich in der Umfrage allerdings eine ambivalente Haltung. Einerseits ist die grosse Mehrheit (78 Prozent) überzeugt, dass das Wachstum im Kanton für Wohlstand sorge. Allerdings findet auch eine Mehrheit (59 Prozent), dass jetzt das Limit des Wirtschaftswachstums erreicht sei.
In der Kritik stehen unter anderem Managerinnen und Manager: Es gebe zu viele Manager in Zug, die auf den persönlichen Vorteil und nicht auf das allgemeine Wohl schauen (68 Prozent voll/eher einverstanden).
Die Wachstumsschmerzen sind im Kanton Zug reell.
«Der Kanton Zug ist ein Wirtschaftsraum, der überdurchschnittlich brummt im nationalen Vergleich», sagt Urs Bieri, Co-Leiter von gfs.bern. Die Bevölkerung verstehe einerseits, dass daraus Vorteile entstehen. Andererseits zeige die Umfrage: «Die Wachstumsschmerzen, die auf nationaler Ebene diskutiert werden, sind im Kanton Zug reell.»
Bei Wohnungen und Verkehr drückt der Schuh
Ein drängendes Zuger Problem wird mit der Umfrage bestätigt: Für die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zug ist der fehlende bezahlbare Wohnraum aktuell das mit Abstand grösste Problem. 59 Prozent hätten dies als eines der zwei wichtigsten Probleme genannt, heisst es in der Studie.
Auch beim Thema Verkehr und Stau sind die Zugerinnen und Zuger unzufrieden. Damit unterscheiden sich die Probleme der Zuger Bevölkerung von denjenigen der Schweiz insgesamt, wie es in der Studie heisst. Gemäss UBS-Sorgenbarometer stünden die Wohnkosten gesamtschweizerisch auf Rang 6. Auch der Verkehr werde national als ein weniger dringendes Problem gesehen.
Katharina Gasser, die Präsidentin der Zuger Wirtschaftskammer, interpretiert die Resultate so: «Die Ergebnisse zeigen, dass die Zuger Bevölkerung die Wirtschaft als Erfolgsfaktor anerkennt, aber auch eine nachhaltige Entwicklung des Kantons erwartet.»
Diese Erkenntnisse aus der Umfrage würden eine wertvolle Grundlage liefern für die wirtschafts- und standortpolitische Diskussion in Zug. Die Zuger Wirtschaftskammer werde nun mit ihren Mitgliedern und den politischen Parteien den Dialog suchen, um Lösungsansätze zu finden.