Am Mittwoch veröffentlichte der Verwaltungsrat der St. Galler Spitalverbunde die Halbjahreszahlen der St. Galler Spitäler. Alle Regionen zusammen schreiben ein Minus von 4,3 Millionen Franken. Auch wenn die Ergebnisse einzelner Spitäler über Budget liegen, rechnet der Verwaltungsrat bis Ende Jahr mit einem Minus von insgesamt 15,1 Millionen Franken.
Gegenüber Radio SRF sagte der Verwaltungsratspräsident der St. Galler Spitalverbunde, Felix Sennhauser, dass es im Kanton St. Gallen künftig weniger Spitalbetten brauche. «Und da müssen gewisse Spitäler über die Klinge springen. In welcher Form und in welcher Region muss noch entschieden werden», so Sennhauser.
Eine «fragwürdige» Kommunikation
Die Aussagen des Verwaltungsratspräsidenten der St. Galler Spitalverbunde kommt am Spitalstandort Altstätten schlecht an. Stadtpräsident Ruedi Mattle kritisiert die Äusserungen. Er frage sich, ob sich Felix Sennhauser bewusst sei, dass allfällige Spitalschliessungen Auswirkungen auf Arbeitsplätze und auf Patientinnen und Patienten hätten, so Mattle.
Schlecht kommt auch die Darstellung der Zahlen der Spitalverbunde an. Darin wird beispielsweise der Spitalregion Rheintal Werdenberg-Sarganserland im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinn von 400’000 Franken attestiert.
Die Prognose bis Ende Jahr liegt jedoch bei einem Minus von 300’000 Franken. Worauf sich diese negativere Berechnung stützt, wird nicht erläutert. Er vermute, dass hier bewusst pessimistisch gerechnet werde, sagt Ruedi Mattle.
Von der Schliessung bedroht
Die Diskussion um das Jahresergebnis einzelner Spitalregionen spielt vor dem Hintergrund drohender Spitalschliessungen. Noch in diesem Jahr will die St. Galler Regierung ihre Pläne für die Zukunft der Spitallandschaft St. Gallen vorlegen.
In diesem Zusammenhang dürfte auch die mögliche Schliessung von fünf Regionalspitälern zum Thema werden. Spitäler mit schlechten Ergebnissen dürften besonders gefährdet sein.