Es ist 19 Uhr an diesem Freitag, dem 28. Februar 2025. Der Jelmoli an der Zürcher Bahnhofstrasse schliesst seine Türen. Ein letztes Mal. Das Traditionswarenhaus ist Geschichte.
Das Jelmoli-Ende in Bildern
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Bild 1 von 5. Alles musste raus. Der Liquidationsverkauf bei Jelmoli lief seit Anfangs Jahr. Bildquelle: ZVG.
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Bild 2 von 5. Die Einkaufswagen brauchts nicht mehr... ... darum konnte man auch sie käuflich erwerben. Bildquelle: zvg.
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Bild 3 von 5. Ein Schnäppchen für die Konkurrenz? Auch Schaufensterpuppen wurden angeboten. Bildquelle: ZVG.
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Bild 4 von 5. Eine letzte Party. Am Tag der Schliessung feiert hier die verbleibende Jelmoli-Belegschaft Abschied. Von den 850 Angestellten habe ein Grossteil wieder einen neuen Job, sagt Jelmoli. Bildquelle: ZVG.
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Bild 5 von 5. Aus für Jelmoli – bald kommt Manor. Nach einer zweijährigen Umbauzeit zieht hier die Warenhauskette Manor auf drei Etagen ein. Bildquelle: SRF/Harry Stitzel.
Bis zuletzt tragen Kundinnen und Kunden eifrig alles Mögliche aus dem Warenhaus: Möbel, Kleiderbügel, Plakate und Hemden mit 70 Prozent Rabatt – und sogar Schaufensterpuppen: Alles muss raus. Seit Anfang Jahr lief die Liquidation, nur noch das Erdgeschoss und die Lebensmittelabteilung im Untergeschoss waren geöffnet.
Traurig und erschüttert
Die Jelmoli-Kundschaft zeigt sich wehmütig, trauert vergangenen Zeiten nach und schiesst Erinnerungsfotos. «Jelmoli hat einfach zu Zürich und zur ganzen Schweiz gehört», sagt Maria Allera-Sutter, Rentnerin aus Chur.
«Ich kaufte hier immer mein Make-up», sagt eine junge modebewusste Frau: «Es war eine schöne Experience, hier hereinzukommen – und die Verkäuferinnen kannten meinen Geschmack. Es war besser, als online einkaufen.» Roman Eggenberger, Unternehmer aus dem Liechtenstein sagt: «Das Gute war immer: Man hat nie die grossen Säcke gebraucht. Es kostete viel, man brauchte aber wenig zum Tragen.»
Jelmoli schliesst – 125 Jahre nach seiner Gründung. In dieser Zeit hat sich die Art und Weise, wie gekauft und konsumiert wird, massiv verändert.
Verändertes Konsumverhalten oder Managementfehler?
Die Verluste von Jelmoli der vergangenen Jahre bewogen die Besitzerin, den Immobilienkonzern Swiss Prime Site SPS, vor zwei Jahren dazu, das Warenhaus zu schliessen – weil man keinen Käufer fand. 2027 zieht unter anderem die Warenhauskette Manor als Mieterin in dasselbe Gebäude ein, belegt dort aber nur drei Etagen.
Als Grund für die Jelmoli-Schliessung nennt SPS das veränderte Konsumverhalten und den wachsenden Onlinehandel. Jelmoli als Warenhaus sei schlicht zu gross gewesen, um rentabel zu sein.
«Das Ende hätte nicht sein müssen»
Peter Leumann sieht das ganz anders. Er war von 1996 bis 2004 Geschäftsführer von Jelmoli. Das Ende des Warenhauses hätte nicht sein müssen, sagt er zu SRF. In seiner Zeit restrukturierte das Unternehmen und verkaufte oder schloss alle Standorte ausser jenen an der Zürcher Bahnhofstrasse. Auf seinem Zenit hatte Jelmoli 231 Standorte und 5'200 Angestellte gezählt.
Leumann kritisiert den Immobilienkonzern, der Jelmoli im Jahr 2009 übernommen hatte. «In der Folge reihte SPS einen gravierenden Managementfehler an den anderen und trieb Jelmoli-Zürich so in den Untergang.»
Als Beispiele nennt er die frühere Jelmoli-Kundenkarte «Bonuscard», die SPS im Jahr 2010 «für ein Butterbrot» an die Kreditkartenherausgeberin Valartis verkauft habe. Dies «im Zeitalter, in dem Kundendaten das neue Gold darstellten». Zudem sei die Filialeröffnung von Jelmoli im Circle am Flughafen Zürich im Jahr 2021 eine Fehlinvestition geworden, ein «grandioses Verlustloch».
Die Bauarbeiten zur Neunutzung des Jelmoli-Gebäudes beginnen laut SPS schon im März. Die Wiedereröffnung ist auf 2027 geplant. Das Einzige, was von Jelmoli bleibt, ist der grosse Schriftzug auf dem denkmalgeschützten Turm des Gebäudes.