Der US-Chiphersteller Nvidia hat seine Quartalszahlen für die Monate von November bis Januar präsentiert. Börsen-Korrespondent Jens Korte klärt die wichtigsten Fragen nach dem neusten Ergebnis von einem der wertvollsten Unternehmen der Welt.
Der Chiphersteller Nvidia hat seine Geschäftszahlen veröffentlicht – welche Überraschungen gab es?
Grundsätzlich hat Nvidia ein starkes Ergebnis gemeldet. Kaum ein Unternehmen profitiert so stark vom KI-Hype wie der Chiphersteller. Allerdings hängt die Messlatte auch sehr hoch. Ein Umsatzwachstum im vierten Quartal von 78 Prozent war sehr robust. Doch vor einem Jahr lag das Wachstum noch bei 260 Prozent und für das jetzt laufende erste Quartal erwartet das Management ein Wachstum von 65 Prozent. Der Trend schwächt sich also etwas ab.
Die chinesische Firma Deepseek hat gezeigt, dass leistungsfähige KI-Anwendungen auch ohne die allerneusten superschnellen Computer-Chips von Nvidia entwickelt werden können. Wie reagiert Nvidia darauf?
Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang gab sich in einem TV-Interview nach den Zahlen gelassen. Er lobt Deepseek für den Open-Source-Ansatz. Er ist allerdings auch der Meinung, dass nicht zuletzt viele neue Start-ups noch jede Menge Rechenleistung benötigen und davon könnte, laut Huang, Nvidia weiter profitieren. Übrigens gab die Aktie von Nvidia in einer ersten nachbörslichen Reaktion nach den Zahlen leicht nach.
Ist Nvidia überbewertet?
Seit der Markteinführung von ChatGPT gab es für die Aktie von Nvidia kein Halten mehr. Das ist zum Teil auch nachvollziehbar. Noch 2022 und auch 2023 lag der Jahresumsatz bei rund 27 Milliarden Dollar. 2024 waren das über 130 Milliarden Dollar. Allerdings ist Nvidia mit einer Marktbewertung von rund 3.1 Billionen Dollar hinter Apple das zweitwertvollste Unternehmen auf der Welt. Ob Nvidia überbewertet ist? Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 50 ist nicht günstig. Aber letztlich hängt die Antwort der Frage vom weiteren Geschäftserfolg ab.
Entweicht dem KI-Hype langsam die Luft, weil sich zeigt, dass KI nun auch «günstiger» produziert werden kann?
Dass KI günstiger generiert werden kann, könnte die Branche sogar weiter beflügeln. Denn KI wird dann auch für kleinere Unternehmen erschwinglicher. Allerdings erfordert KI immer noch extrem viel Rechenleistung. Grosse Investitionen sind immer noch erforderlich. Wann sich diese Investitionen dann tatsächlich auszahlen, ist derzeit eine der grossen Fragen - nicht nur an der Wall Street.