Der Energiekonzern Axpo hat im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 213 Millionen Franken erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies fast 25 Prozent weniger.
Zu schaffen machte dem Unternehmen vor allem der schlechte Verkauf des eigenen Stroms: Die bestehenden Kunden haben laut Mitteilung weniger Strom verbraucht und grosse, stromintensive Unternehmen gar zu günstigeren Anbietern gewechselt. Zu Stromproduzenten aus dem Im- und Ausland. Zudem seien die Strompreise viel zu tief. Sie liegen teilweise sogar unter den Produktionskosten.
Anders sieht es Heinz Karrer, noch CEO von Axpo: In seinen Augen ist es ein «gutes operatives Ergebnis». In Anbetracht des schweren Umfelds mit tiefen Grosshandelspreisen sei er sehr zufrieden.
Auch den Verlust von Grosskunden scheint sein Konzern verkraften zu können. «Das finde ich gut, das spornt uns an», sagt Karrer.
Neues Kostensenkungsprogramm angekündigt
Mit einem neuen Programm zur Kostensenkung möchte Karrer den Gewinn in den nächsten zwei Jahren zudem um 200 Millionen Franken steigern. Die Axpo werde daher weiterhin sehr vorsichtig investieren, so Karrer. Doch das alleine genüge nicht. Auch die Kosten müssten gesenkt werden, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Ob die Sparmassnahmen auch Stellenkürzungen zur Folge haben, ist noch offen. Dies Martin Schwab, Finanzchef, am Rande der Veranstaltung.
Beteiligungen verloren an Wert
Das Ergebnis sei erneut stark durch Sonderfaktoren geprägt, teilte der Konzern weiter mit. Insbesondere schlug die tiefere Bewertung von Beteiligungen, des Kraftwerkparks und der Bezugsverträge mit 760 Millionen Franken stark negativ zu Buche. Zusammengenommen auf die Jahre 2012 und 2013 musste Axpo in der Folge über eine Milliarde Franken abschreiben.
Positive Effekte von 187 Millionen Franken resultierten derweil aus Entscheiden in regulatorischen Gerichtsverfahren. Diese hätten die die Netzkosten-Deklarierung der Tochter Centralschweizerische Kraftwerke (CKW) sowie die 2009 und 2010 erfolgte Belastung der Kraftwerke mit Kosten für Systemdienstleistungen betroffen.
Insgesamt kam Axpo auf eine um 4,4 Prozent tiefere Gesamtleistung von 7,02 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verschlechterte sich um 5,2 Prozent auf 312 Millionen Franken.
Unsichere Zukunft
Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Konzern, dass die tiefen Grosshandelspreise in Europa anhalten und die «politischen und regulatorischen Unsicherheiten» gross bleiben würden.