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10. Todestag von Prince Sein Name war PRINCE und er war funky

Prince war ein Cocktail aus James Brown, Little Richard und Jimi Hendrix. Gerührt, geschüttelt und angereichert mit grenzenlosem Talent, unfassbarer Energie und unverhandelbarer Zielstrebigkeit. Er faszinierte und irritierte die Musikwelt bis zu seinem jähen Tod vor zehn Jahren und darüber hinaus.

Unkonventionell, eigenwillig – funky eben beschreibt nicht nur eine wichtige Essenz von Princes musikalischem Schaffen. Funky war auch sein Style, seine Lebensart und sein Umgang mit dem Pop-Business. Prince machte alles so, wie er es für richtig hielt und zwar von Anfang an.

Gregi Sigrist

Musikjournalist für Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen

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Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.

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 #1 Funky Debüt

Prince war 18, als er erste Aufnahmen für sein Debüt «For You» machte. 23 verschiedene Instrumente sind darauf zu hören. Eingespielt hat er alle selbst. Der Multiinstrumentalist und Autodidakt machte schon damals klar, wer der Dirigent seiner Karriere ist und wer die erste Geige spielt sowieso.

 #2 Funky Produktion

Einen Prince-Song erkennt man nicht nur am Songwriting. Auch die Produktion trägt seine unverwechselbare Handschrift. Der Hall auf seinen elektronischen Drums, die giftigen Synthesizer, die funkigen Gitarren, die Chöre, die Schreie, die Falsett- und die Sprechstimme. Die Art, wie er Basslinien die Wichtigkeit von Gitarrenriffs verlieh. Wie er die ausgelassene Note zelebrierte oder gar radikal ganze Spuren löschte, wie etwa die Bass-Linie seines ersten Nummer-Eins-Hits «When Doves Cry».

#3 Funky Performance

Wieso sollte einer, der dutzende Instrumente virtuos beherrscht, einen Stimmumfang von über fünf Oktaven hat und über eine klare Vision seiner Pop-Karriere verfügt, auch noch tanzen wie ein kleiner Gott? Weil er Prince ist! Er nahm Ballettunterricht und brillierte auf der Bühne mit energetischen Tanzeinlagen. Den Spagat hat er James Brown abgeschaut, exzessiv aufgeführt und zu seinem Signature-Move gemacht.

Prince war ein Bühnentier. Ein Performer, vielseitig wie kein anderer Pop-Act. Er verstand Pop-Musik von Anfang an als ein Zusammenspiel von Musik, Inszenierung, Provokation und Mythenbildung. In allem war er brillant. Auch darin zu schweigen, wenn er wusste, dass der Talkabout über eine Geschichte wuchs, wenn er dazu nichts sagte.  

#4 Funky Outfits

Ein Musiker in Strapsen, High Heels und geschminkt. Nach David Bowie und den 1970ern kein Ding mehr – könnte man denken. Nicht in der schwarzen Musikszene. Prince hat fast nichts ausgelassen, um Geschlechternormen herauszufordern. Er spielte mit Genderfluidität, bevor der Begriff überhaupt existierte, zelebrierte und provozierte mit androgynen Looks. Prince stiess dabei nicht nur Leute vor den Kopf, sondern auch ganz viele Türen auf.

 #5 Funky Prince

Prince war anders. Immer. Aber nie als Prince. Das war er immer. Man erkannte Princes Handschrift sofort. Bei allem, was er tat. Und dies, obwohl Prince nur ganz wenige tatsächlich kannten. Erstaunlich und faszinierend, wie nah Prince so vielen Menschen kam oder ging, obwohl er von genau diesen Menschen immer sehr weit weg war. Er war mehr als ein Star. Er schien oft schlichtweg nicht von dieser Welt und schon gar nicht aus dieser Zeit. Und doch funktionierte er und seine Kunst als Spiegel der Gesellschaft und inspiriert, auch zehn Jahre nach seinem Tod, unzählige Musikschaffende in ihrer Arbeit.

SRF 1, 20.4.2025, 11:40 Uhr

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