Die neue Generation der Staubsauger-Roboter hat was drauf: Moderne Modelle sind bis zum Rand vollgestopft mit intelligenter Technik. Bevor sie richtig lossaugen, scannen sie mit Kamera oder Laser den Raum, erstellen so eine Karte mit allen Hindernissen und fahren den Raum danach systematisch ab. Ein Ultraschallgerät an der Front minimiert Zusammenstösse mit Möbeln. Sensoren an der Unterseite erkennen besonders schmutzige Stellen und verhindern den Sturz über die Treppenkante.
Zu kleine Saugleistung für saubere Teppiche
Trotzdem: Beim Test von «Kassensturz» und «K-Tipp» im spezialisierten Prüflabor SLG konnte keiner der acht Saugroboter vollends überzeugen. Die Roboter kosteten zwischen 120 und 800 Franken. Drei Modelle sind mit dem Gesamturteil «ungenügend» durchgefallen. Die besten fünf kamen nicht über ein «genügend» hinaus.
Der Grund: Saugroboter holen nur den oberflächlichen Staub aus dem Teppich, Schlitten- und Standstaubsauger auch den tiefer liegenden. «Ein herkömmlicher Staubsauger hat einen grösseren Motor und bringt dadurch eine höhere Saugleistung», sagt Prüftechniker Eric Peters vom Prüflabor SLG.
Besser systematisch als chaotisch
Die besten vier Produkte im Test scannen den Raum mit eingebauter Kamera oder Laser, erstellen aus den Daten eine Karte und fahren diese systematisch ab. Sie kehren nach getaner Arbeit zurück zur Basisstation und laden sich wieder auf. Mit dieser Technik wird der Raum umfassender gereinigt als bei der sogenannten Amöbenstrategie. Dabei fährt der Roboter solange geradeaus, bis er auf ein Hindernis stösst, und ändert dann den Kurs.
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Der Testsieger «Robot Vacuum Cleaner VR 7000» von Samsung ist in zwei Punkten der Konkurrenz überlegen: Er befuhr mehr als 90 Prozent der Fläche im Prüfraum. Zudem kann der Roboter Hindernisse bis 2,2 Zentimeter Höhe überwinden. Andere verhedderten sich schon am Ladekabel der Ständerlampe im Prüfraum. Auf harten Böden wie Parkett und Plättli gehört er aber nicht zu den besten. Mit 440 Franken, eingekauft bei Interdiscount.ch, kostet er 360 Franken weniger als der teuerste Roboter im Test. Übrigens: Die Preise der Roboter-Staubsauger in den Internet-Shops verändern sich laufend.
Je nach Verwendung ein anderes Modell auswählen
Die drei Roboter Xiaomi Roborock 2, Miele Scout RX 2 Home Vision und der «ungenügende» Philips Smart Pro Easy FC 8792 reinigten beim Test auf Parkett «gut». Dort sind auch Tierhaare kein Problem. Hunde- und Katzenhaare auf Teppichen aber bekommen nur zwei Saugroboter «gut» aus dem Teppich: iRobot 980, mit 799 Franken der teuerste, und Miele «Home Vision», mit 657 Franken der zweitteuerste Roboter im Test.
Fazit: Es gilt, den Staubsauger nach Verwendungszweck und Wohnung zu kaufen. Mit Hartboden und Parkett kommen alle Saugroboter einigermassen zurecht und sind bei grobem Schmutz sogar besser als viele normalen Staubsauger.
Wer aber Teppich hat, behält den alten, herkömmlichen Staubsauger besser in Reserve. Denn die Roboter saugen auf dieser Unterlage deutlich schlechter. Am wenigsten schlecht waren in dieser Prüfung die Sauger von Miele und das iRobot-Modell Roomba 980. Wer Haustiere und Teppichböden hat, ist mit dem Modell von Miele oder dem Roomba 980 erst recht am besten bedient. Sie ziehen zwar auch nicht den tief in den Fasern steckenden Staub aus dem Teppich, reinigen ihn aber gut von Tierhaaren.
Bei ausschliesslicher Nutzung auf Hartbodenflächen ohne Hindernisse kommt für Schnäppchenjäger sogar das «ungenügende» Philips-Modell infrage. Für den günstigen Preis (217 Franken) müssen Käufer mit einer «ungenügenden» Navigation leben.