Moderne Waagen messen längst nicht mehr nur das Gewicht, sondern auch Fett, Muskeln, BMI oder Kalorienbedarf. Praktisch beim Abnehmen oder zur Kontrolle eines Krafttrainings. Doch kann man sich auf die Werte solcher Waagen verlassen?
«Kassensturz» und «Ktipp» lassen im Ipi Labor in Stuttgart zehn Körperfettwaagen ohne Handsensoren testen, die zwischen 19.95 und 89.95 Franken kosten.
So haben die Waagen abgeschnitten
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Bei Körperfettwaagen ist das richtige Messen wichtig: Immer zur gleichen Tageszeit auf die Waage stehen, am besten nach dem Toilettengang, nüchtern und barfuss. Nur so funktioniert die sogenannte Bioimpedanz-Messung, die mittels Strom-Widerstand Muskel- und Fettwert bestimmt.
Beurer BF 720 als Testsieger
Ein relativ günstiges Modell misst die Körperwerte am besten: Die Beurer «Diagnosewaage BF 720» für 37.70 Franken überzeugt vor allem bei der Muskelmessung und ist auch bei der Fettmessung vorne mit dabei.
Abgefallen ist die teuerste Waage im Test, die Withings Body Smart. Sie war sowohl bei der Fett- als auch der Muskelmessung am schlechtesten. Bei der Muskelmasse lag sie 28 Prozent daneben.
Withings Body Smart fällt ab
Der Hersteller schreibt dazu: «Die Körperwaagen von Withings messen nicht ausschliesslich die Skelettmuskelmasse, sondern liefern einen Wert für die ‘Muskelmasse’, der auf unserem firmeneigenen Algorithmus basiert. Dieser berücksichtigt die gesamte Muskelmasse des Körpers, einschliesslich Skelettmuskeln, Herzmuskel und glatter Muskulatur in den Organen.»
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Insgesamt liefern alle Waagen nur vage Werte. Daher erhalten sechs von zehn Waagen nur das Prädikat «ungenügend». Alle Waagen liegen bei der Körperzusammensetzung oft weit neben den Werten einer sogenannten Referenzwaage, einer Profiwaage, wie sie auch in Arztpraxen verwendet wird.
«Im Fettbereich ist die Abweichung der Personenwaagen 3-6 Prozent, im Muskelbereich bis 28 Prozent», fasst Testleiterin Paula Zeller die Ergebnisse zusammen. Das liege wohl daran, dass die Waagen die Körperfettwerte auf Grund von eingebauter Software nur annähernd berechneten und zudem der Strom nur durch den Unterkörper fliesse und dort messe.
Waagen trotzdem hilfreich bei Verlaufskontrolle
Einfache Körperfettwaagen könnten trotzdem hilfreich sein beim Abnehmen, sagt Philipp Gerber, Stoffwechsel-Spezialist vom Unispital Zürich: «Wenn man eine präzise Standortbestimmung haben will, lohnt es sich, eine professionelle Messung zu machen. Wenn man aber beim Gewicht reduzieren einfach den Trend über die Zeit verfolgen will, kann so eine einfache Waage schon gewisse Angaben machen.»
Erstaunlich: Manche Waagen haben sogar Mühe, das normale Gewicht genau zu messen, zum Beispiel die Waage «Scale 500» von Decathlon. Fünf von zehn Waagen erhalten hier nicht die Bestnote.
Die meisten funktionieren mit App
Sechs von zehn Waagen verlangen zur Benutzung das Installieren einer App auf dem Smartphone. Die Körperzusammensetzung kann dann auf der App abgelesen werden. Teilweise ist die Installation kompliziert. Dafür lässt sich in einer App der Langzeitverlauf darstellen. «Wer mit Technik nicht so gut umgehen kann, kauft lieber eine Waage ohne App», rät Paula Zeller.