- Die ZSC Lions legen dank einem 5:1-Heimsieg in der Halbfinal-Serie gegen Davos mit 2:1 vor.
- Der Davoser Andres Ambühl «trifft» kurios zum zwischenzeitlichen 1:1 – bei angezeigter Strafe gegen ihn selbst.
- In der anderen Halbfinal-Serie setzt sich Freiburg in der 2. Verlängerung gegen Lausanne durch.
Es lief die 15. Spielminute: Wegen Beinstellens war eine Strafe für Andres Ambühl angezeigt, die Lions standen mit sechs Feldspielern auf dem Eis und schnürten die Gäste aus dem Bündnerland in deren Drittel ein. Gar ein fliegender Wechsel war für die Zürcher möglich, während sich die fünf Davoser müde liefen.
Plötzlich wagte ZSC-Topskorer Jesper Fröden von hinter dem Tor einen Rückpass an die blaue Linie. Dieser wurde noch leicht und entscheidend abgelenkt: Die Scheibe rutschte über das gesamte Feld ins leere Tor der Zürcher. Der Treffer zum 1:1 wurde Ambühl, der als letzter Davoser am Puck war, zugeschrieben. Der Routinier wanderte wohl noch selten so glückselig auf die Strafbank.
Davos zu undiszipliniert
Der Ausgleich nach einer Viertelstunde war für Davos schmeichelhaft: Die Lions hatten die Partie bis dahin und auch in der Folge im Griff. HCD-Goalie Sandro Aeschlimann, der beim 0:1 von Dean Kukan (5.) zwischen den Beinen erwischt worden war, verhinderte in dieser Phase Schlimmeres. Doch die vielen kleinen Davoser Strafen forderten ihren Tribut aus Sicht der Gäste: In der 24. Minute traf Denis Malgin im Powerplay nach cleverem Zuspiel von Sven Andrighetto zum 2:1.
Für die Vorentscheidung sorgte dann der auffällige Derek Grant: Per Volley bugsierte er einen Malgin-Abschluss in Richtung Aeschlimann. Dieser liess die Scheibe durchrutschen, hechtete ihr hinterher und schien zu klären. Ein langes Videostudium überzeugte das Schiedsrichter-Gespann dann aber: Der Puck lag für kurze Zeit knapp hinter der Linie und die Lions führten eine gute Viertelstunde vor Schluss mit 3:1.
In der Folge gaben sich die Davoser auf. Erst legte Justin Sigrist nach einem Bündner Aufbau-Fehler zum 4:1 nach (49.), dann verwertete Andrighetto eine weitere, unnötige HCD-Strafe (zu viele Spieler auf dem Eis) zum 5:1-Schlussstand (54.).
Lemieux trifft Schiedsrichter – mit der Faust
Zu diesem Zeitpunkt fehlte den Bündnern bereits ein Spieler: Brendan Lemieux, zuvor schon als streitbarer Charakter bekannt, hatte in der 38. Minute während eines Handgemenges Schiedsrichter Dominik Altmann im Gesicht getroffen. Lemieux' Faust wäre eigentlich für Chris Baltisberger gedacht gewesen, doch das rettete den US-Amerikaner nicht: Er wurde mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe unter die Dusche geschickt.
Damit gewinnt auch im 3. Spiel dieser Halbfinal-Serie das Heimteam. Die Lions reisen am Samstag mit einer 2:1-Führung im Rücken ins Bündnerland.