Coumba Sow erlebt in negativer wie positiver Hinsicht gerade eine aufregende Zeit. Zum zweiten Mal in Folge wurde sie am Montag von Pia Sundhage nicht fürs Nationalteam aufgeboten. Und dies im Jahr der EM im eigenen Land. Auf Klubebene steht am Samstag aber ein Highlight an, wenn es mit Basel im Cupfinal gegen Zürich geht.
«Der Cupfinal hilft mir, nicht in der Enttäuschung hängen zu bleiben. Ich habe gar nicht so viel Zeit, mich in diese Emotionen reinzugeben», sagt die 30-Jährige zur Nicht-Berücksichtigung.
Als Captain gegen die ehemalige Liebe
Die Partie im Letzigrund bietet die richtige Bühne, um Werbung in eigener Sache zu machen. Doch nicht nur deshalb fiebert Sow dem Spiel entgegen. Sie ist in Oerlikon aufgewachsen. Als Zürcherin in Zürich um einen grossen Titel zu kämpfen, als Captain des gegnerischen Teams – das hat für sie einen gewissen Reiz.
«Es ist mega speziell. Ich bin in Zürich daheim. Jetzt habe ich mein Herz aber auch etwas hier in Basel.» Die unerschrockene Mittelfeldspielerin hat sich im Vorfeld aus der Limmatstadt einige Sprüche anhören müssen, nimmt das aber als zusätzliche Motivation und ist auch nicht um entsprechende Erwiderungen verlegen. «Ich liebe solche Sachen.»
Kulig will schwarze Serie beenden
Trainerin Kim Kulig sieht Sow als wichtiges Puzzleteil in ihrem Team. «Ich schätze sie als Persönlichkeit. Sie ist unsere Leaderin», sagt die Deutsche. Um erstmals in ihrer Amtszeit einen Sieg gegen den FCZ zu landen, setzt Kulig auf bewährte Abläufe und die nötige Portion Lockerheit. Als Schlüssel sieht sie ein starkes Teamgefüge. Dieses habe den Tabellenzweiten der Women's Super League in den letzten Wochen bereits ausgezeichnet.
Das haben wir nicht nur diese Woche trainiert, sondern immer mal wieder.
«Wir haben aus den letzten Spielen gegen Zürich gelernt und zuletzt gute Schritte gemacht. Und ein Finalspiel ist ohnehin einmalig», so die 34-Jährige, die in der Vorbereitung nichts dem Zufall überlässt. Sollte ein Penaltyschiessen über den Ausgang entscheiden müssen, würde ihr das kein Kopfzerbrechen bereiten. «Das haben wir nicht nur diese Woche trainiert, sondern immer mal wieder.» Das zahlte sich im Halbfinal gegen Titelverteidiger Servette Chênois bereits aus. Der FCB gewann im Elfmeterschiessen mit 7:6.
Basel strebt nach 2014 den zweiten Frauen-Cupsieg in der Klubgeschichte an. Zürich ist zusammen mit YB mit 15 Titeln Rekordsieger. Was wäre im Erfolgsfall am Rheinknie los? «Eskalation», verspricht Kulig. «Rumgekreische, eine Explosion der Emotionen» prophezeit Sow.