Mit dem Einzug in den DFB-Pokalfinal hat Arminia Bielefeld Historisches geschafft. Was das Bielefelder 2:1 im Halbfinal gegen Bayer Leverkusen so besonders macht: Es war der vierte Sieg in Serie gegen einen Bundesligisten. Das hatte zuvor im Pokal noch keine Mannschaft unterhalb der zweiten Liga geschafft.
Auf dem Weg ins Endspiel wurden die Erstligisten Union Berlin (2:0), SC Freiburg (3:1), Werder Bremen (2:1) und eben Leverkusen in die Knie gezwungen – alle ohne Verlängerung. Sollte die Arminia auch am 24. Mai triumphieren, würde das Team von Trainer Mitch Kniat für ein weiteres Novum sorgen: Noch nie gewann ein Drittligist den DFB-Pokal.
Feierlichkeiten erfordern Regel-Bruch
Um seinen ersten Gedanken nach dem Abpfiff zu beschreiben, brauchte Bielefelds Trainer Kniat nur ein Wort: «Saufen», sagte der 39-Jährige und lachte. «Heute ist eine Ausnahme, wo ich auch mal ein halbes Bier trinke.»
Der Coach, der mit der Arminia erstmals in der Klubgeschichte das Endspiel um den DFB-Pokal erreicht hatte, brach zu diesem besonderen Anlass sogar eine eigene Regel. «Ich trinke schon gerne Alkohol, aber normalerweise nie mit der Mannschaft oder auf einer Weihnachtsfeier», sagte er. Aber nun sei Beruf und Euphorie mal ein bisschen zusammengemischt.
Auch der Siegtorschütze Maximilian Grosser hatte ausgelassene Feierlichkeiten angekündigt: «Wir werden die Nacht zum Tag machen und da ordentlich die Sau rauslassen.»
Wertvolle Finanzspritze
Doch der erstmalige Final-Einzug der Vereinsgeschichte ist nicht nur emotional und sportlich von grosser Bedeutung. Für Arminia Bielefeld lohnt sich die aktuelle Pokalsaison auch finanziell. Mindestens 2,88 Millionen Euro sind dem Fussball-Drittligisten sicher, bei einem Final-Triumph würden die Bielefelder sogar 4,32 Millionen kassieren. Hinzu kommen etwa 45 Prozent der Ticketeinnahmen aus dem Final im Berliner Olympiastadion, wo knapp über 74'000 Zuschauer erwartet werden.
Die Pokalprämien verschaffen dem Drittligisten zwar «extrem viel Luft zum Atmen», doch das Geld sei nicht «auf der hohen Kante», erklärte Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Halbfinal-Einzug brachte rund 6,5 Millionen Euro, die vor allem genutzt würden, um «viele Probleme zur Seite zu schieben». Der Klub sei nun «deutlich gesünder» als noch vor einem Jahr.
Falls die Arminia am 24. Mai in Berlin die ganz grosse Sensation schafft und den DFB-Pokal gewinnt, wäre das Team von Trainer Kniat sicher für die Ligaphase der Europa League qualifiziert, was selbstredend noch mehr finanziellen Spielraum ermöglichen würde – und aufgrund des «geklauten» Europacup-Platzes einem weiteren Bundesligisten einen Strich durch die Rechnung machen könnte.