«Ausgerechnet», dürften sich der FC Lugano und der FC St. Gallen gedacht haben, als sie nach dem Finaleinzug im Schweizer Cup den so oft zitierten Fokus auf das nächste Spiel wiedererlangten. Denn am Sonntag treffen die Klubs in der Super League prompt auf jenes Team, das ihnen auch Mitte Mai im Cupfinal gegenüberstehen wird.
Wer behält Europa in Griffweite?
Für beide verkörperten die Siege über Yverdon und Luzern die Rückkehr auf die Siegerstrasse, nachdem es zuvor in der Liga Niederlagen zu verkraften gab. Dabei waren in der letzten Runde für beide Teams die Chancen günstig gestanden – und blieben dennoch ungenutzt: Weder Lugano noch St. Gallen vermochte im Kampf um den dritten europäischen Startplatz aus den Pleiten von Servette und YB Profit zu schlagen.
Besonders aus Tessiner Sicht war der Patzer ärgerlich. Statt den Sprung auf Rang 3 setzte es für den Viertplatzierten ein bitteres 1:4 beim Tabellenletzten Lausanne-Sport ab. Auch im Fall der Ostschweizer verlief der Ostermontag suboptimal: Sie verspielten in Luzern zwei Mal einen Vorsprung und mussten nach dem 2:3 in der Rückrunde das erste Mal als Verlierer vom Platz.
Vorgezogenes Endspiel
Auch wenn das vierte Liga-Duell zwischen den beiden nicht die gleiche Brisanz wie das Cup-Endspiel aufweist, könnte der Partie doch wegweisenden Charakter für die Restsaison zukommen. Mit einem Heimsieg kann St. Gallen bis auf zwei Punkte an Lugano heranrücken, siegen hingegen die Gäste, dürfte es gar für den Meister YB im Kampf um Platz 3 nochmals sehr eng werden.
Dass auch am Sonntag ein enger Spielausgang zu erwarten ist, unterstreicht ein Blick auf die drei bisherigen Aufeinandertreffen in dieser Saison: Nebst einem Remis holten sich beide Teams je einen Sieg. Es wird sich also weisen, wem der Finaleinzug im Cup besser bekommen ist – und wer am 15. Mai mit einem guten Gefühl nach Bern reisen kann.