Letzte Woche verzückten Ditaji und Mujinga Kambundji an der Leichtathletik-Hallen-EM in Apeldoorn. Die Schwestern holten Gold über 60 m Hürden (Ditaji) und Silber über 60 m (Mujinga). Die Erfolge ihrer Geschwister freuten auch Muswama, die zweitjüngste der Kambundji-Schwestern. Die 29-Jährige verfolgte das Geschehen in den Niederlanden in den USA. Dort bereitet sie sich auf die Bob-WM von dieser Woche in Lake Placid vor.
Explosiver Start als grosse Stärke
Auch Muswama startete ihre sportliche Laufbahn in der Leichtathletik. Im Alter von 21 Jahren war sie über 100 m eine der schnellsten Schweizerinnen. Eine ihrer grössten Stärken war dabei schon immer der Start. Diese Qualitäten erregten die Aufmerksamkeit von Martina Fontanive. Die Bobfahrerin lud Kambundji in ein Probetraining ein. Nach einigen Bedenken zu Beginn war die Begeisterung für den Bobsport schnell gross.
In der Saison 2017/18 bestritt Kambundji ihre ersten Rennen im Eiskanal. Die ersten Jahre war sie noch zweigleisig unterwegs, widmete sich im Sommer der Leichtathletik, im Winter dem Bobsport. Mittlerweile konzentriert sich die Bernerin, die in London lebt, aber voll auf ihre Aufgabe als Anschieberin.
Voller Fokus auf Bob-Karriere
«Der grosse Unterschied zur Leichtathletik ist, dass du am Start noch 160 oder 170 kg schieben musst. Die Sportarten sind zwar recht ähnlich, es ist aber trotzdem schwierig, beides miteinander zu kombinieren. Vor allem auch, weil man im Bob ein anderes Gewicht haben muss. Man macht viel mehr Krafttraining, weniger Ausdauer», erklärt Kambundji. «Es ist speziell, die Sportart komplett zu wechseln. Aber jetzt bin ich gut angekommen und freue mich sehr auf all die Wettkämpfe, die jetzt kommen.»
In dieser Saison fuhr sie zusammen mit Pilotin Melanie Hasler im Weltcup dreimal in die Top 10. Dank ihrer guten Leistungen verdiente sie sich den Platz in Haslers Schlitten an der WM in Lake Placid. «Es war schwierig», blickt sie auf den Selektionsprozess zurück. «Wir hatten im Dezember das Ausschieben, da waren wir alle nur durch Hundertstel getrennt. Auch in den Wettkämpfen war es sehr eng. Ich habe immer mein Bestes gegeben und es freut mich sehr, dass es jetzt geklappt hat.»
Wir hoffen, dass wir es in die Top 5 schaffen.
Es ist ihr erster Grossanlass bei der Elite. Angespornt von den Auftritten ihrer Schwestern an der Hallen-EM will Kambundji zusammen mit Hasler in Lake Placid für Furore sorgen. «Von Medaillen träumt man natürlich immer. Aber es ist sicher schwierig gegen die Amerikanerinnen und die Deutschen, die sehr starke Teams haben. Wir hoffen, dass wir es in die Top 5 schaffen.»
Und sie hat auch schon weitere Ziele: «Dass ich die WM fahren darf, bringt mich sicher in eine gute Position für Olympia nächstes Jahr. Es geht jetzt noch ein ganzes Jahr, bis die Selektionen sind, aber das ist sicher ein Thema für mich.»