Bei ihrem Debüt in Deer Valley (USA) war Fanny Smith 2011 an der Freestyle-WM als 10. noch leer ausgegangen. Doch seither ist die Westschweizerin auf der grossen Bühne die Medaillengarantin schlechthin. Von 6 Weltmeisterschaften in Folge reiste sie mit einer Medaille nach Hause. Zweimal gab es Bronze (2015, 2023), dreimal Silber (2017, 2019, 2021). 2013 kürte sie sich zur Weltmeisterin.
In St. Moritz will die 32-Jährige nun erstmals auch auf heimischem Boden reüssieren. Die Vorfreude bei Smith vor dem Saisonhighlight ist gross: «Eine Heim-WM ist immer speziell und einmalig in einer Karriere.»
Formkurve zeigt steil nach oben
Dass Smith auf das Rennen brennt, ist angesichts ihrer Form keine Überraschung. Nach einer Durststrecke von fast 2 Jahren ohne Sieg im Weltcup hat sie vor der WM zu ihrer alten Stärke zurückgefunden. 3 der letzten 4 Rennen gewann sie, zudem eroberte sie vergangenes Wochenende in Kanada die Führung im Gesamtweltcup.
Kein Wunder also, blickt Smith den Rennen zuversichtlich entgegen: «Ich starte aus der Pole Position. Ich bin fit und das Selbstvertrauen stimmt.» Der 35-fachen Weltcupsiegerin spielt zudem in die Karten, dass mit Sandra Näslund (SWE) und Marielle Thompson (CAN) gleich zwei Grössen ihres Sports verletzt fehlen. Näslund hatte 2021 und 2023 WM-Gold geholt, 2019 stand Thompson Smith vor der Sonne.
(Zu) flache Strecke?
Das sei «schade für den Sport», trotzdem erwartet Smith ein interessantes Rennen. «Die Strecke ist flach und nicht so technisch, leider nicht so, wie ich es gerne mag.» Ein schneller Start und dann «pushen, pushen, pushen» sei die Devise. Dass Smith auf der Strecke dennoch schnell sein kann, hat sie vor einem Jahr bewiesen. Bei der Hauptprobe auf der Corviglia fuhr sie hinter Thompson auf Rang 2. Am Donnerstag überzeugte die Teamleaderin mit der Bestzeit in der Qualifikation.
Sollte der Trumpf Smith nicht stechen, hat die Schweiz mit Talina Gantenbein noch ein zweites heisses Eisen im Feuer. Die 26-Jährige hat sich von ihrem Sturz auf der Reiteralm im Januar und der dabei erlittenen leichten Gehirnerschütterung erholt. Bei der letzten Weltcupstation in Craigleith schaffte sie es bereits wieder in den Final.
«Ich fühle mich sehr gut. Der Kopf und der Körper machen mit», so Gantenbein zuversichtlich. Und anders als Smith sieht die Engadinerin den Kurs oberhalb von St. Moritz als Vorteil. «Wir kennen die Strecke in- und auswendig.» Vollgas geben sei das Motto.