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Riesenslalom in Sestriere Brignone vom Bett zum Sieg – Shiffrin misslingt «Riesen»-Comeback

Die italienische Weltmeisterin beisst sich eindrücklich durch. Camille Rast fährt in die Top 10, Lara Gut-Behrami scheidet aus.

Das Podest

  • 1. Federica Brignone (ITA) 2:12,69 Minuten
  • 2. Alice Robinson (NZL) +0,40 Sekunden
  • 3. Thea Stjernesund (NOR) +1,57

Was kümmert einen Tiger erhöhte Körpertemperatur? Federica Brignone war unmittelbar nach dem Gewinn von WM-Gold im Riesenslalom krank geworden. Fieber zwang sie zur Bettruhe, erst am Donnerstag verliess sie nach eigener Aussage das Haus erstmals wieder. Im ersten von zwei Riesenslaloms in Sestriere war das der Frau mit dem Tiger auf dem Helm nicht anzumerken.

Mit Laufbestzeit in der Entscheidung fing die Italienerin noch die Halbzeit-Führende Alice Robinson ab. Wieder zeigte Brignone, die schon in Saalbach das Duell mit Robinson für sich entschieden hatte, Krallen und fuhr zum insgesamt 33. Weltcupsieg.

Die Schweizerinnen

  • 9. Camille Rast +2,67
  • 20. Wendy Holdener +4,31
  • 28. Vanessa Kasper +4,97

Dass der grösste Schweizer Trumpf nicht stechen würde, stand am Morgen schon nach drei Fahrerinnen fest: Lara Gut-Behrami schied im 1. Lauf mit Kurs auf Zwischenrang 3 kurz vor dem Ziel aus. Im Gesamt-Weltcup liegt die Tessinerin nunmehr 170 Punkte hinter Brignone. Camille Rast zeigte einen soliden Auftritt und fuhr zum 9. Mal in einem Riesenslalom in die Top 10. Besser war die Slalom-Weltmeisterin im «Riesen» in dieser Saison nur in Killington (3.) und Kranjska Gora (8.) gewesen. Wirklich zufrieden war sie trotz des Erreichen des selbstgesteckten Ziels nicht.

Wendy Holdener nahm sich für den zweiten Riesenslalom am Samstag vor, im 1. Lauf weniger Zeit zu verlieren. Grosse Freude über ihre Leistung empfand derweil Vanessa Kasper. Sie holte zum fünften Mal in ihrer Karriere Weltcuppunkte.

Das Comeback

Mikaela Shiffrin, die nach wie vor auf ihren historischen 100. Weltcupsieg wartet, bestritt ihren ersten Riesenslalom seit ihrem Sturz am 30. November in Killington. Und den erst dritten in dieser Saison, in Sölden war sie Fünfte geworden. Bislang triumphierte sie in der Basisdisziplin 22 Mal. Doch die US-Amerikanerin tat sich schwer, konnte die Ski nie richtig gehen lassen und riss schon im 1. Lauf knapp 3 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit auf. Letztlich reichte es ihr trotz mehr Engagement in der Entscheidung zu keiner Verbesserung und nur Schlussrang 25.

Unter Tränen erklärte Shiffrin anschliessend: «Es war irgendwie überwältigend. Eigentlich hat es Spass gemacht, wieder Ski zu fahren. Doch ich bin so gewohnt, sofort die Leistung zu analysieren. Die Anpassungen, die ich jetzt vornehmen muss, sind sehr gross.»

So geht's weiter

Am Samstag steht in Sestriere ein weiterer Riesenslalom auf dem Programm. Am Sonntag wird das Technik-Wochenende im Piemont mit einem Slalom abgeschlossen. Eine Woche später sind in Kvitfjell (2 Abfahrten und 1 Super-G) wieder die Speed-Spezialistinnen gefordert.

Weltcup Frauen

SRF zwei, Sportlive, 21.2.25, 13:30 Uhr ; 

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