Die letzten beiden Slaloms am Chuenisbärgli wurden zur Beute des österreichischen Teams. 2021 triumphierte Marco Schwarz, im Vorjahr siegte Johannes Strolz. Höchste Zeit, dass wieder ein Schweizer zuoberst auf dem Podest strahlt. Zwei, die dafür in Frage kommen, sind Daniel Yule und Ramon Zenhäusern.
Yules Konstanz ist zurück
Von den beiden Wallisern weckt Yule aufgrund seines Formstands die grösseren Hoffnungen beim einheimischen Publikum als Zenhäusern. In den bisherigen 3 Slaloms der Saison klassierte sich der Adelboden-Sieger von 2020 auf den Rängen 7, 1 und 4. Er kommt mittlerweile mit unterschiedlichsten Pisten-Bedingungen zurecht. «Wir haben im letzten Jahr mit dem Material einen Schritt vorwärts gemacht. Ich hoffe, dass ich das nun ausnutzen kann», so Yule.
Obschon seine Leistungen unabhängig von den äusseren Verhältnissen konstanter geworden sind, hat der 29-Jährige weiter eine klare Präferenz: «Hoffentlich wird es am Sonntag kalt genug, damit die Piste hart bleibt. Am liebsten habe ich es immer noch, wenn es hart und eisig ist.»
Ein bestimmtes Ziel in Form eines Rangs will sich Yule für den Sonntag nicht setzen. Es komme auf den Rennverlauf an. Am wichtigsten sei ihm, dass er zwei gute Läufe zeigen kann. «Wenn dann 6 andere Fahrer schneller sind als ich, muss ich damit zufrieden sein», meint Yule, fügt aber umgehend an: «... aber jeder, der an den Start geht, träumt nur von einer Sache.» Einen 7. Platz meint er damit mit Sicherheit nicht.
Zenhäusern: Auf der Suche nach Selbstvertrauen
Nicht ganz so erfolgreich wie bei Yule verlief die bisherige Saison für Zenhäusern. Und doch ist auch bei ihm ein Fortschritt im Vergleich zum Vorjahr zu erkennen, wenngleich die Ambitionen des grossgewachsenen Wallisers deutlich höher liegen als zwei Top-15-Plätze.
Die ganz grosse Zuversicht strahlt Zenhäusern vor dem Klassiker am Chuenisbärgli denn auch nicht aus. Zu viel funktionierte beim 30-Jährigen in der letzten Saison nicht wie gewünscht, die Selbstverständlichkeit aus früheren Tagen ist verflogen. Adelboden als Dosenöffner? «Ich hoffe es, dass es das Ende des Tunnels sein wird. Aber das ist sehr schwer vorauszusehen, speziell im Slalom», so Zenhäusern.
Umso wichtiger ist es, möglichst gute Voraussetzungen für den möglichen Exploit zu schaffen. Das ist Zenhäusern, der das Rennen am Sonntag mit Startnummer 23 in Angriff nehmen wird, gelungen: «Ich habe weder Schulter- noch Rückenbeschwerden noch sonst etwas. Ich bin fit und habe gut trainiert», erzählt der Walliser.
Vor einem Jahr fuhr Zenhäusern in Adelboden als 4. seinen einzigen Top-10-Rang der Saison heraus. Entsprechend blickt er dem Sonntag trotz dem noch fehlenden Quäntchen Selbstvertrauen mit positiven Gefühlen voraus: «Ich traue mir alles zu, erwarte aber nichts.»