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Spitzensport Zwischen Höchstleistung und gesundheitlichen Risiken

Spitzensport fasziniert durch Leistungen und immer neue Rekorde. Hinter diesen Erfolgen verbirgt sich jedoch eine komplexere Realität, in der das Streben nach sportlicher Leistung manchmal die Gesundheit gefährden kann.

In den letzten Jahren beobachtet man einen wachsenden Trend zu immer extremeren Herausforderungen, sowohl bei Profis als auch bei Amateuren. Besonders Ausdauersportarten erfreuen sich einer beispiellosen Beliebtheit. Ultra-Trails, Langdistanz-Triathlons oder mehrtägige Etappenrennen ziehen immer mehr Teilnehmer an, die ihre Grenzen ausloten wollen.

Amateure werden immer professioneller, ohne Profis zu sein.
Autor: Boris Gojanovic Sportmediziner am Hôpital de la Tour

Diese Entwicklung geht mit einer zunehmenden Professionalisierung der Amateursportler einher. Viele Hobbysportler übernehmen inzwischen Trainings- und Vorbereitungsmethoden, die denen von Spitzensportlern würdig sind, ohne jedoch von der gleichen medizinischen und technischen Betreuung zu profitieren.

Wie Boris Gojanovic, Sportmediziner am Hôpital de la Tour, betont: «Amateure werden immer professioneller, ohne Profis zu sein. Das heisst, sie haben einen Job nebenbei, sind beschäftigt – sie haben weder die Möglichkeiten zu trainieren, noch die Umgebung, noch das Coaching, noch alles, was man bräuchte, um wirklich Profi zu sein. Allerdings streben sie nach XXL-Leistungen.»

Die gesundheitlichen Risiken

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Dieses ungebremste Streben nach Leistung bleibt nicht ohne Folgen für die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler. In der Sportmedizin beobachtet man einen signifikanten Anstieg von Verletzungen, sowohl bei Profis als auch bei Amateuren.

Zu den am häufigsten auftretenden Problemen gehören traumatische Verletzungen (Knochenbrüche, Verstauchungen, Muskelrisse), Überlastungsverletzungen (Sehnenentzündungen, Knochenhautentzündungen, chronisches Erschöpfungssyndrom), Stoffwechselstörungen (Dehydrierung, Hypoglykämie, Verdauungsstörungen) sowie psychische Gesundheitsprobleme (Burnout, Depression, Essstörungen).

Hin zu einem ausgewogeneren Ansatz

Angesichts dieser Erkenntnisse plädieren viele Experten für einen ausgewogeneren Ansatz in Bezug auf sportliche Leistungen. Es geht darum, einen Mittelweg zu finden zwischen dem Streben nach Exzellenz und dem Schutz der Gesundheit der Athletinnen und Athleten.

Mehrere Ansätze werden untersucht: eine bessere Individualisierung der Trainingsprogramme unter Berücksichtigung der Besonderheiten jedes Athleten; die Entwicklung der Prävention mit verstärkter medizinischer Überwachung und erhöhtem Bewusstsein für Risiken; die Integration längerer Erholungsphasen in die sportlichen Zeitpläne; besondere Aufmerksamkeit für die psychische Gesundheit der Athleten, die lange vernachlässigt wurde.

Der besondere Fall junger Athleten

Die Frage stellt sich mit besonderer Schärfe bei jungen Sportlerinnen und Sportlern, insbesondere in Disziplinen, in denen die Spezialisierung sehr früh erfolgt, wie Gymnastik oder Tennis. Wie kann man die Ausbildung von Champions mit der Achtung der körperlichen und psychologischen Entwicklung des Kindes in Einklang bringen? Viele Länder überdenken ihre Ansätze und bevorzugen nun eine Diversifizierung der sportlichen Praktiken vor der Spezialisierung.

Spitzensport wird zweifellos weiterhin faszinieren und inspirieren. Es ist jedoch entscheidend, den Ansatz der sportlichen Leistung zu überdenken, um die Gesundheit besser zu schützen. Die Zukunft des Leistungssports liegt vielleicht in der Fähigkeit, Leistung und Wohlbefinden in Einklang zu bringen, indem die Gesundheit in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt wird. Diese Entwicklung erfordert die Zusammenarbeit aller Akteure der Sportwelt: Athletinnen, Trainer, Ärztinnen, Verbände und öffentliche Behörden.

Letztendlich stellt sich die Frage: Wäre es nicht die beste Leistung, den Performancehöhepunkt zu erreichen und gleichzeitig die körperliche und geistige Integrität langfristig zu bewahren?

RTS 36.9°, 26.02.2025, 20:15

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