Was ist geschehen? Bewaffnete Angreifer haben innert 24 Stunden an zwei verschiedenen Orten in den USA insgesamt 29 Menschen erschossen. Mehr als 40 Personen sind bei beiden Blutbädern verletzt worden und sind in teils kritischem Zustand. Die Attacken geschahen in El Paso (Texas) und Dayton (Ohio).
Was geschah in El Paso? In einem Einkaufszentrum in der Grenzstadt zu Mexiko hat ein Schütze mindestens 20 Menschen getötet, 26 weitere wurden verletzt, wie Polizeichef Greg Allen mitteilte. Viele der Toten wurden in einer Walmart-Filiale erschossen. Der mutmassliche Täter ergab sich nach dem Blutbad der Polizei.
Die schlimmsten Schusswaffenangriffe in den USA
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Bild 1 von 22. 4. August 2019. In der Stadt Dayton im US-Bundesstaat Ohio schiesst ein Mann bei einer Bar im Zentrum auf Menschen: Neun Personen sterben, 16 weitere werden verletzt. Beamte töten den Angreifer. Bildquelle: Reuters.
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Bild 2 von 22. 3. August 2019. Ein 21-jähriger Weisser erschiesst in einem Einkaufszentrum im texanischen El Paso 20 Menschen, 26 weitere werden verletzt. Bei dem Verbrechen handelt es sich wahrscheinlich um ein Hassverbrechen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 3 von 22. 31. Mai 2019. Ein städtischer Angestellter erschiesst in Virginia Beach im Bundesstaat Virginia in einem Gebäude der Stadtverwaltung zwölf Kollegen. Später wird er bei einem Feuergefecht mit Polizisten getötet. Bildquelle: Reuters.
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Bild 4 von 22. 7. November 2018. In einer Bar in Thousand Oaks im Bundesstaat Kalifornien feuert ein 28-jähriger Veteran des Afghanistan-Kriegs um sich und tötet zwölf Menschen. Anschliessend bringt er sich selbst um. Bildquelle: Reuters.
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Bild 5 von 22. 27. Oktober 2018. Ein 46-jähriger Antisemit eröffnet in der Synagoge «Tree of Life» in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania während einer Zeremonie für ein Baby das Feuer: Elf Menschen sterben. Bildquelle: Reuters.
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Bild 6 von 22. 18. Mai 2018. An einer High School in der Stadt Santa Fe im Bundesstaat New Mexiko schiesst ein 17-jähriger Schüler mit einem Sturmgewehr und dem Revolver seines Vaters auf Mitschüler. Zwei Erwachsene und acht Jugendliche werden getötet und 13 weitere verletzt. Bildquelle: Reuters.
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Bild 7 von 22. 14. Februar 2018. Ein 19-jähriger Ex-Schüler dringt am Valentinstag in die Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im Bundesstaat Florida ein und eröffnet das Feuer: 17 Menschen sterben. Bildquelle: Reuters.
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Bild 8 von 22. 5. November 2017. Während des Sonntagsgottesdienstes in einer Baptistenkirche in Sutherland Springs im Bundesstaat Texas tötet ein Angreifer 26 Menschen und verletzt rund 20 weitere. Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 22. 1. Oktober 2017. In Las Vegas feuert ein Heckenschütze aus einem Fenster im 32. Stockwerk eines Hotels auf Besucher eines Countrymusik-Festivals. Der 64-Jährige tötet 58 Menschen und verletzt rund 550 weitere, bevor er sich selbst erschiesst. Es ist das schlimmste Blutbad in der jüngeren US-Geschichte. Bildquelle: Reuters.
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Bild 10 von 22. 12. Juni 2016. Ein 29-Jähriger eröffnet das Feuer auf die Gäste des Homosexuellen-Clubs «Pulse» in Orlando im Bundesstaat Florida. Er tötet 49 Menschen und verletzt 68 weitere, bevor die Polizei ihn erschiesst. Während der dreistündigen Geiselnahme bekennt sich der Täter in Anrufen bei der Polizei zur Terrormiliz IS. Bildquelle: Reuters.
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Bild 11 von 22. 2. Dezember 2015. Ein US-Bürger pakistanischer Abstammung und seine Frau erschiessen während einer Weihnachtsfeier ihres Arbeitgebers in einem Behindertenzentrum im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen, 22 weitere werden verletzt. Stunden später erschiesst die Polizei die beiden Muslime. Sie hatten sich zuvor im Internet radikalisiert. Bildquelle: Reuters.
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Bild 12 von 22. 1. Oktober 2015. Ein 26-Jähriger eröffnet auf dem Schulgelände eines Colleges in Roseburg im Bundesstaat Orgeon das Feuer. Ausgerüstet mit sechs Schusswaffen tötet er neun Menschen und verletzt sieben weitere, bevor er nach einem Schusswechsel mit der Polizei Suizid begeht. Bildquelle: Reuters.
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Bild 13 von 22. 17. Juni 2015. Ein weisser 21-jähriger Rechtsextremer tötet neun Menschen in einer vorwiegend von Afroamerikanern besuchten Kirche während einer Bibelstunde in Charleston, South Carolina. Der Täter wird zum Tod verurteilt. Bildquelle: Reuters.
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Bild 14 von 22. 16. September 2013. In einem Kommandozentrum der US-Marine in Washington erschiesst ein ehemaliger Reservist zwölf Menschen, ehe er bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wird. Er war wegen psychischer Probleme schon vorher aufgefallen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 15 von 22. 20. Juli 2012. In einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado eröffnet ein 24-jähriger Mann während der Premiere des neuen «Batman»-Films das Feuer. Zwölf Menschen werden getötet und 70 verletzt. Der Amokläufer wird festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Bildquelle: Reuters.
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Bild 16 von 22. 14. Dezember 2012. Ein 20-jähriger Mann mit schweren psychischen Problemen schiesst in der Sandy-Hook-Grundschule von Newtown um sich, er tötet 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene. Zuvor hatte er bereits seine Mutter getötet. Nach den Bluttaten nimmt er sich das Leben. Bildquelle: Reuters.
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Bild 17 von 22. 5. November 2009. Ein Militärpsychiater schiesst auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas um sich. Der Mann mit palästinensischen Wurzeln tötet 13 Menschen und verletzt 42, bevor er festgenommen wird. Bildquelle: Reuters.
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Bild 18 von 22. 3. April 2009. Ein vietnamesischer Immigrant erschiesst in einem Zentrum für Einwanderer in der Stadt Binghamton im Bundesstaat New York 13 Menschen, bevor er sich selbst tötet. Bildquelle: Reuters.
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Bild 19 von 22. 16. April 2007. Bei einem Amoklauf an der US-Hochschule Virginia Tech in Blacksburg im Bundesstaat Virginia erschiesst ein 23-jähriger Student 27 Studenten und fünf Lehrer, dann tötet er sich selbst. Bildquelle: Reuters.
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Bild 20 von 22. 10. März 2009. Ein Mann aus Alabama tötet zehn Personen – darunter seine Mutter, Grossmutter, seinen Onkel, zwei Cousinen sowie ein 18-monatiges Mädchen. Nach einer Verfolgungsjagd mit dem Auto erschiesst er sich selber. Bildquelle: Reuters.
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Bild 21 von 22. Oktober 2002. Zwei Männer attackieren in einer Reihe von Angriffen über drei Wochen lang die Einwohner im Gebiet um Washington D.C. und der Interstate 95 in Virginia. Die Heckenschützen treffen zehn Menschen tödlich, drei werden schwer verletzt. Einer der Täter wird schliesslich getötet, der andere erhält eine lebenslängliche Gefängnisstrafe. Bildquelle: Reuters.
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Bild 22 von 22. 20. April 1999. An der Columbine High School in Littleton im Bundesstaat Colorado erschiessen zwei schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach begehen sie Selbstmord. Bildquelle: Reuters.
Was passierte in Dayton? In der Nacht zum Sonntag fielen in der Stadt Schüsse nahe einer Bar im Zentrum: Neun Menschen starben durch die Attacke eines 24-Jährigen, darunter war auch seine Schwester. 16 weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Das schnelle Eingreifen der Polizei habe Schlimmeres verhindert. Beamte töteten den Angreifer in weniger als einer Minute nach Beginn der Schüsse.
Hängen die Taten zusammen? Bisher gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Taten zusammenhängen oder die Täter sich kannten.
Wer sind die Täter? Bei dem Schützen in El Paso handelt es sich um einen 21-jährigen Weissen. Laut US-Medienberichten stamme er aus der Stadt Allen nördlich von Dallas, rund 930 Kilometer Luftlinie von El Paso entfernt. In Dayton war der Schütze ein 24-Jähriger. Es habe sich nach Angaben der Polizei um einen Einzeltäter gehandelt, der mit einer Langwaffe geschossen und eine Schutzweste getragen habe.
Kennt man die Motive der Täter? Bei dem 21-jährigen Weissen in El Paso ermittelt die Polizei nicht nur wegen Massenmordes sondern auch wegen Hassverbrechen. Polizeichef Allen sagte, es gebe ein «Manifest». Der Autor des Pamphlets äussert in dem vierseitigen Text seine Unterstützung für den rassistischen Attentäter von Christchurch. In dem Pamphlet heisst es zudem: «Dieser Angriff ist eine Antwort auf die hispanische Invasion in Texas.» Es sei allerdings noch nicht bestätigt, ob die Kampfschrift tatsächlich von dem Verdächtigen stamme. Die «New York Times» berichtete, der Text sei 19 Minuten vor dem ersten Notruf in El Paso online gegangen. Über die Beweggründe des Täters aus Dayton gibt es noch keine Hinweise.
Wie reagieren Politiker und Behörden? «Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern», sagte US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend vor Journalisten. Er wolle den Menschen in El Paso und Dayton kondolieren. Zuvor nannte die Taten auf Twitter «feige» und sagte, es gäbe keine Gründe oder Ausreden, warum man das Töten unschuldiger Menschen je rechtfertigen könne. Er ordnete an, dass die Flagge vor offiziellen Gebäuden bis Donnerstag auf Halbmast zu setzen seien. Die Ermittler stufen das Blutbad unterdessen als inländischen Terrorismus ein. Die Staatsanwaltschaft von El Paso kündigte an, die Todesstrafe für den Schützen zu fordern.
Wie reagiert Mexiko? «Wir werten diese Tat als einen Terroranschlag auf die mexikanisch-amerikanische Gemeinde und die mexikanischen Landsleute in den Vereinigten Staaten», sagte Mexikos Aussenminister Marcelo Ebrard am Sonntag. Demnach erwägt Mexiko ein Auslieferungsgesuch gegen den mutmasslichen Schützen. Er forderte die USA zudem zu einer klaren und entschlossenen Haltung gegen Hassverbrechen auf.