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Aus Angst vor Handelszöllen Mexiko liefert mächtige Drogenbosse an USA aus

  • Um einem grossen Handelskonflikt mit den USA vorzubeugen, macht Mexiko Zugeständnisse.
  • Das Land überstellt 29 Kriminelle, auch den «Drogenboss der Drogenbosse» Caro Quintero.
  • Die Auslieferung der Kriminellen erfolgte kurz vor Ablauf einer Frist zum Vermeiden von Handelszöllen.

Unter den nun Überstellten ist nach Angaben des US-Justizministeriums auch der ehemalige Kartellchef Rafael Caro Quintero. Er war in den 1980er Jahren in Mexiko so mächtig wie der berüchtigte Gangster Pablo Escobar in Kolumbien.

Anzeigetafel mit Kopfgeldangebot für Rafael Caro Quintero.
Legende: imago images/EDUARDO JARAMILL

«Wie Präsident Trump deutlich gemacht hat, sind Kartelle terroristische Gruppen», sagte Justizministerin Pamela Bondi. Die US-Behörden seien entschlossen, die Drogenkartelle und andere transnationale Verbrechersyndikate zu zerschlagen. Bondis Stellvertreter Emil Bove zufolge zeigen die Überstellungen, wie stark die Verhandlungsposition der US-Regierung ist. Die mexikanische Regierung bezeichnete die Auslieferungen hingegen als Teil der Zusammenarbeit mit den USA unter Achtung der Souveränität beider Staaten.

Wer ist Caro Quintero?

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Caro Quintero stand vier Jahrzehnte lang auf der Liste der meistgesuchten Flüchtigen der US-Anti-Drogenbehörde DEA. Der frühere Kopf des Guadalajara-Kartells soll 1985 den brutalen Mord an einem DEA-Beamten angeordnet haben.

Caro Quintero galt im Mexiko der 1980er Jahre als «Narco de Narcos», also «Drogenboss der Drogenbosse». Letztlich wurde er zu insgesamt 40 Jahren Haft verurteilt, von denen er aber nur 28 absass: Im Jahr 2013 kam er wegen angeblicher Verfahrensfehler frei. Der Oberste Gerichtshof Mexikos hob die Entscheidung später zwar auf, aber da war Caro Quintero bereits untergetaucht. Das US-Aussenministerium setzte 20 Millionen US-Dollar Kopfgeld auf ihn aus. Schliesslich wurde er 2022 erneut festgenommen.

Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurden neben Caro Quintero der frühere Chef des berüchtigten Drogenkartells Los Zetas, Miguel Ángel Treviño alias Z-40, sein auch als Z-42 bekannter Nachfolger Omar Treviño sowie der frühere Anführer des Juárez-Kartells, Vicente Carrillo Fuentes, ausgeliefert. Noch nie zuvor hat Mexiko so viele mächtige Drogenbosse auf einmal an die Vereinigten Staaten überstellt.

Zölle gegen Mexiko sollen nächste Woche in Kraft treten

Hochrangige mexikanische Beamte halten sich derzeit zu Gesprächen über Handels- und Sicherheitsfragen in Washington auf. So sollen die von Trump angekündigten Strafzölle verhindert werden. Der US-Präsident will die Zwangsabgaben auf Waren aus Mexiko und Kanada am 4. März verhängen lassen, wenn seine Forderungen nicht erfüllt werden. Zur Begründung schrieb er auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social: «Aus Mexiko und Kanada strömen nach wie vor Drogen in sehr hohen und nicht hinnehmbaren Mengen in unser Land.»

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SRF 4 News, 28.02.2025, 02:00 Uhr ; 

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