So schnell schaffte es bisher keiner. Eben noch dozierte er in einem Hörsaal der Universität Florenz. Nur Tage später sitzt er am Tisch der Mächtigen der westlichen Welt: Giuseppe Conte, der aus dem Nichts gekürte italienische Regierungschef.
Seine neuen Amtskollegen kennen ihn überhaupt nicht. Aber sie wissen: Er vertritt eine Regierung von Links- und Rechtspopulisten. Eine, die nicht unbedingt in den europäischen Kanon einstimmt.
«Den Neuen» einbinden
Wenn heute früh, auf Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die europäischen Regierungschefs schon vor der Begegnung mit Donald Trump zusammensitzen, dann wollen sie zum einen die Reihen zu schliessen gegen die USA. Zum andern wollen sie den «den Neuen» aus Italien einbinden.
Proteste in Québec
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Die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Frankreichs, Grossbritanniens, Deutschlands, Italiens und Japans treffen sich am Freitag und Samstag in Charlevoix am Sankt-Lorenz-Strom.
Im Vorfeld des G7-Gipfels haben in Québec – rund 150 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt – Hunderte von Menschen demonstriert. «Die G7 repräsentieren uns nicht», stand unter anderem auf ihren Plakaten. Gegen Ende der Demonstration warfen einzelne Menschen einige Feuerwerkskörper in die Menge. Andere verbrannten die Flaggen der G7-Nationen. Für Freitag und Samstag sind in Québec weitere Proteste angekündigt.
«Italien», so Präsident Macron, «ist ein wichtiger Partner, ein historischer Partner. Wir respektieren und wir brauchen ihn.» Vor allem jetzt, da man Trumps USA in die Schranken weisen will. Bundeskanzlerin Angela Merkel betont: «Deshalb gehe ich auch auf die neue italienische Regierung so zu, dass man miteinander sprechen kann. Und dass allen klar ist, dass die Europäische Union darauf beruht, dass sich alle an die Regeln halten.»
Anders ausgedrückt: Das Vorabtreffen der Europäer, eine Premiere an einem G7-Gipfel, ist auch eine Disziplinierungsrunde für Giuseppe Conte.
G7-Gipfel – die Teilnehmer
Die USA gegen den Rest
Abweichler kann man sich nicht leisten, denn diesmal geht es alles andere als harmonisch zu. Ob Klimaschutz, das Atomabkommen mit dem Iran, Freihandel oder Zölle – nirgends stimmen Europäer und Amerikaner überein. Auch die Kanadier und die Japaner fühlen sich von Trump brüskiert.
Weshalb manche diesmal nicht von einem G7-Gipfel sprechen, sondern von einem G6+1-Gipfel. Die USA gegen den Rest. Und einzelne gar von einem G5+1+1-Gipfel – denn auch die neue italienische Regierung gilt nicht unbedingt als verlässlicher Partner.
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