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Wer sind die Verdächtigen?
Aus 10 vor 10 vom 19.04.2013.
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International Boston: FBI befragte 2011 einen der Tatverdächtigen

Tamerlan Zarnajew ist bereits einmal ins Visier der US-Bundespolizei geraten. Anfang 2011 habe die Ermittlungsbehörde den 26jährigen auf Antrag einer ausländischen Regierung befragt. Die Untersuchungen ergaben jedoch nichts.

Neue Entwicklungen im Fall der mutmasslichen Bostoner Attentäter. Der bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötete 26jährige Tamerlan Zarnajew ist kein unbeschriebenes Blatt. Er sei Anfang 2011 vom FBI befragt worden, teilte die Behörde mit.

Wer sind die Verdächtigen?

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Die Namen der mutmasslichen Bombenleger von Boston sind bekannt. Nun gibt es unterschiedliche Angaben über die Herkunft und den Lebenslauf der beiden Brüder. Gemäss einem Onkel sind die Brüder Tschetschenen und muslimischen Glaubens. mehr...

Anlass sei die Anfrage einer ausländischen Regierung gewesen. Demnach soll Tamerlan Zarnajew «Anhänger eines radikalen Islams» gewesen sein. Er soll sich darauf vorbereitet haben, die USA zu verlassen, um sich Untergrundorganisationen anzuschliessen.

Laut FBI ergaben die Befragung von Zarnajew und dessen Familie sowie die Überprüfung von Reisedokumenten, Internetverkehr und persönlichen Kontakten damals allerdings keine Anzeichen einer «terroristischen Aktivität».

Nach Russland gereist

Welche ausländische Regierung die Untersuchung anstiess, gab das FBI nicht bekannt. Laut Medienberichten soll Tamerlan Zarnajew im letzten Jahr eine Reise nach Russland gemacht haben.

Tamerlan Zarnajew und sein festgenommener 19jährigen Bruder Dschochar Zarnajew werden verdächtigt, die Bombenanschläge auf den Marathon von Boston verübt zu haben. Dabei wurden am Montag drei Menschen getötet und rund 180 zum Teil lebensgefährlich verletzt.

US-Sicherheitskreise vermuten einen islamistischen Hintergrund. Es gebe bislang aber keine Hinweise darauf, dass die Brüder Kontakte zum Extremistennetzwerk Al-Kaida oder anderen militanten Gruppen gehabt hätten. Die Suche nach etwaigen Verbündeten der beiden im In- oder Ausland habe nun oberste Priorität, sagte ein Sicherheitsbeamter.

Eltern glauben an Verschwörung

Ruslan Zarni, nach eigener Auskunft Onkel der beiden Brüder, sagte, sie hätten sich in der Gegend des Bostoner Vororts Cambridge niedergelassen. Er selbst lebe in einem Vorort von Washington und habe mit den Brüdern seit 2009 nicht mehr gesprochen. Die Anschläge in Boston seien eine Schande für die Familie und das gesamte tschetschenische Volk.

Die Eltern der Brüder äusserten dagegen in getrennten Interviews. Ihren Söhnen sei etwas angehängt worden, was sie nicht begangen hätten, erklärten die Eltern übereinstimmend. Die beiden seien unfähig, solch ein Bombenattentat zu verüben.

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Interview mit Onkel der mutmasslichen Täter (englisch)
Aus News-Clip vom 19.04.2013.
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«Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass sie hereingelegt wurden», sagte Subeidat Zarnajewa, die Mutter der beiden Männer, dem englischsprachigen Staatsfernsehsender Russia Today. Zugleich räumte sie ein, dass sich ihr älterer Sohn Tamerlan seit etwa fünf Jahren stark für den Islam interessiert habe.

«Aber er hat nie gesagt, dass er den Weg des Dschihad einschlagen will», sagte die Frau. «In unserem Haus ist nie über Terrorismus geredet worden.» Das FBI habe stets gewusst, was Tamerlan tut. «Sie haben mir gesagt, dass er ein Islamistenführer ist und dass sie Angst vor ihm haben», sagte Zarnajewa. Doch ihr Sohn habe nie ein Geheimnis vor ihr gehabt, meinte die Frau.

Porträt Zarnajew
Legende: Dschochar Zarnajew konnte in der Nacht auf Samstag von der Bostoner Polizei verletzt verhaftet werden. Reuters

Aufruf zu Kooperation

Den jüngeren Sohn Dschochar, der schwer verletzt wurde, rief sie zur Zusammenarbeit mit den Behörden auf. «Sag ihnen die Wahrheit, sag, dass Du das nicht getan hast, dass Ihr hereingelegt wurdet», sagte Zarnajewa.

Bereits am Vortag hatte der angebliche Vater jede Schuld seiner Söhne bestritten. «Meine Kinder können keiner Fliege etwas antun», sagte er. Ehemalige Klassenkameraden beschrieben die Brüder als gute, unauffällige Schulfreunde, bei denen kein Hang zum Extremismus zu erkennen gewesen sei.

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