SRF News: Weshalb siegte bei den Republikanern Donald Trump in New York so deutlich?
Priscilla Imboden: Für Trump war es ein Heimspiel. Er wuchs im Stadtteil Queens auf und lebt heute im Trump-Tower in Manhatten. Sein Konkurrent Ted Cruz, der inzwischen als Anti-Trump-Kandidat zum Parteifavoriten aufgestiegen ist, hatte den Immobilien-Mogul abschätzig wegen seiner New Yorker Werte kritisiert. Er meinte damit, für Abtreibung und Homo-Ehe sowie auf Geld und Medien fokussiert zu sein. Diese Pauschalbewertgung kam bei den New Yorkern schlecht an. Sie straften Cruz ab und verwiesen ihn auf den dritten Platz, noch hinter John Kasich.
Und wieso siegte Hillary Clinton deutlich bei den Demokraten?
Es zeigte sich das gewohnte Bild: Clinton gewann bei den Frauen sowie bei den Schwarzen und farbigen Leuten, Bernie Sanders bei den Weissen unter 45 Jahren. Damit kann er in einer gemischten Wahlbevölkerung wie in New York nicht gewinnen. Clinton, die frühere Senatorin von New York, zeigte sich übrigens sehr erleichtert, nach sieben Vorwahl-Niederlagen in Serie, nun in ihrer «Heimat» New York so deutlich gewonnen zu haben.
Beide Favoriten zeigen sich nach der New Yorker Vorwahl zuversichtlich, die Nominierung durch ihre Parteien für die Präsidentschaftskandidatur zu schaffen. Wie berechtigt ist dies? Können sich die Konkurrenten von Trump und Clinton überhaupt noch Hoffnungen machen?
Bei den Demokraten müsste Sanders alle restlichen Bundesstaaten überwältigend deutlich gewinnen, um Clinton noch einzuholen. Das ist eher unwahrscheinlich. Spannender ist es bei den Republikanern: Es kommt darauf an, ob es Trump gelingt, am Schluss auf insgesamt mindestens 1237 Delegiertenstimmen zu kommen. Damit würde er das absolute Mehr erreichen und sich quasi automatisch die Nomination sichern. Wenn er bei den restlichen Vorwahlen weiterhin so gut abschneidet wie bisher, ist das gut möglich. Sollte Trump das Quorum verpassen, können ihn die Republikaner an ihrem Parteikongress im Juli in letzter Minute verhindern. Sie haben zwar das Recht dazu, allerdings wäre es politisch schwer zu begründen, da Trump am Ende der Vorwahlen klar auf dem ersten Platz der republikanischen Kandidaten liegen dürfte.
Das Gespräch führte Hans Ineichen.
Diese Kandidaten sind noch im Rennen
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Bild 1 von 7. Demokratische Partei. Der Esel als Symbol der Demokratischen Partei. Es geht zurück auf den Präsidentschaftswahlkamp 1828 des Demokraten Andrew Jackson, der von seinen Gegnern «Esel» genannt wurde. Jackson entschied sich dann, das willensstarke, intelligente und tapfere Tier auf die Wahlplakate aufzunehmen. Hier die Kandidaten der Demokratischen Partei. Bildquelle: Dem.
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Bild 2 von 7. Hillary Clinton (Demokratin):. Hillary Clinton (68), ehemalige Aussenministerin und Senatorin aus New York. Sie ist vertraut mit dem Weissen Haus aus ihrer Zeit als First Lady neben Präsident Bill Clinton. Hillary gilt nach ihrem Sieg in South Carolina wieder als Favoritin. Bildquelle: Reuters.
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Bild 3 von 7. Bernard Sanders (parteilos, kandidiert als Demokrat):. Bernie Sanders (74), parteiloser Senator aus Vermont, der sich selbst als demokratischer Sozialist beschreibt. Er kämpft gegen die ungleiche Verteilung von Reichtum. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 7. Der «republikanische» Elefant erschien erstmals 1874 in der Zeitschrift «Harper's Weekly» als Karikatur. Darauf verängstigt ein demokratischer Esel mit Löwenfell alle Tiere in einem Zoo, ausser einem Elefanten (stark und würdevoll), gekennzeichnet als die «republikanische Stimme». Hier die Kandidaten der Republikanischen Partei. Bildquelle: rep.
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Bild 5 von 7. Donald Trump (69), milliardenschwerer Immobilien-Magnat. Durch seine TV-Auftritte ist er landesweit bekannt und durch sein Vermögen von Spenden unabhängig. Trump führt seit Wochen in zahlreichen Umfragen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 6 von 7. Ted Cruz (Republikaner): . Ted Cruz (45), Senator aus Texas. Der Harvard-Absolvent ist ein Liebling der Erzkonservativen und wendet sich ausdrücklich an christliche Wähler. Cruz kam als Sohn eines kubanischen Einwanderers und einer US-Bürgerin in Kanada zur Welt. Bildquelle: Reuters .
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Bild 7 von 7. John Kasich (Republikaner): . John Kasich (63), ehemaliger Investmentbanker bei Lehman Brothers und Gouverneur von Ohio. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Politik und wird als Kandidat der politischen Elite gehandelt. Bildquelle: Reuters.