In Nairobi herrscht seit Samstag der Ausnahmezustand. Rund 15 Terroristen waren in das mehrstöckige Gebäude eines Einkaufszentrums eingedrungen. Sie schossen mit automatischen Gewehren um sich, brachten Handgranaten zur Explosion und nahmen mehrere Geiseln. Seither wird der Gebäudekomplex von Sicherheitskräften belagert.
Die Mehrzahl der Geiseln sei inzwischen befreit, sagte der kenianische Innenminister Ole Lenku. «Wir haben die Situation unter Kontrolle. Es gibt keinen Grund zum Alarm.» Lenku geht davon aus, dass der Einsatz noch die ganze Nacht lang dauern werde. Die Sicherheitskräfte kontrollierten mittlerweile alle Stockwerke und das Gebäude sei komplett abgesperrt. Militärchef Julius Karange ergänzte, für die Terroristen gäbe es kein Entkommen.
Drei Terroristen sind tot
Die bisherige Bilanz der Geiselnahme: Die offizielle Zahl der verifizierten Toten liegt bei 62, wie das Rote Kreuz und das Innenministerium mitteilten. Zunächst ging man von 69 Toten aus. Rund 175 Menschen wurden verletzt. Wie viele Menschen sich noch in den Händen der Terroristen befinden, ist unklar.
Bei dem Militäreinsatz gegen die Islamisten in dem Einkaufzentrum Westgate wurden zudem drei Terroristen getötet. Zehn Verdächtige seien laut Innenministerium im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen worden.
Racheakt für Einmarsch in Somalia
SRF-Korrespondent Patrik Wülser sagt, der Überfall sei ein Racheakt der islamistischen Al-Schabaab-Miliz für den Einmarsch kenianischer Truppen in Somalia. Dies hatten die Extremisten in einem Bekennervideo auch so dargestellt. Deshalb wollten die Terroristen auch nicht mit den kenianischen Behörden verhandeln, so der Korrespondent. Es gehe ihnen vielmehr darum, «ein Maximum an Angst und Schrecken zu generieren.»
Zwar werde Al-Schabaab in Somalia selber immer weiter zurückgedrängt, in der Hauptstadt Mogadischu habe so etwas wie Normalität Einzug gehalten. Es scheine aber: «Je mehr man Al-Schabaab zurückdrängt, desto schlimmer werden die Anschläge», erklärt Wülser.
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Bild 1 von 15. Obwohl die Regierung das Geiseldrama für beendet erklärte, sind nach wie vor Schüsse aus dem Einkaufszentrum zu hören. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 15. Nach drei Tagen soll laut dem Innenminister die Mehrzahl der Geiseln befreit sein. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 15. Mit einem Grossaufgebot gehen die Sicherheitskräfte gegen die Geiselnehmer vor. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 15. Grose Solidarität unter Kenianern und Ausländern in Nairobi: Viele Menschen sind dem Blutspendeaufruf des Roten Kreuzes gefolgt. (Bild vom 22.09.2013). Bildquelle: Reuters.
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Bild 5 von 15. Das Geiseldrama dauert an. Noch befinden sich die Angreifer und eine unbekannte Anzahl Geiseln in dem Einkaufszentrum. Auch das Schicksal dieser Frau und den beiden Kindern ist unklar (Bild vom 21.9.2013). Sie verstecken sich hinter einer Theke. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 15. 22.9.2013: Am Sonntag befindet sich die Mall immer noch in den Händen der Islamisten. Die Armee schickt Verstärkung. Bildquelle: Reuters.
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Bild 7 von 15. 22.9.2013: Soldaten bringen sich in Stellung um das Einkaufszentrum. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 15. 21.9.2013: Polizisten versuchen kurz nach dem Angriff, das Einkaufszentrum unter ihre Kontrolle zu bringen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 15. 21.9.2013: Bei der Attacke sind zahlreiche Menschen verletzt worden – die Zahl pendelt je nach Quelle zwischen 200 und 300. Bildquelle: Reuters.
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Bild 10 von 15. 21.9.2013: Während das Militär die Mall nach den Bewaffneten durchkämmt, fliehen die Kunden aus der Shopping-Mall in Nairobi. Bildquelle: Reuters.
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Bild 11 von 15. 21.9.2013: Erste dramatische Bilder im Innern des Centers. Die Leute versuchen, sich mit Hilfe eines Polizisten in Sicherheit zu bringen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 12 von 15. 21.9.2013: Besucher verlassen unter Begleitschutz der Sicherheitskräfte die Shopping-Mall. Bildquelle: Reuters.
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Bild 13 von 15. 21.9.2013: Eine Familie flieht unter Polizeischutz. Laut Behörden sind bis zum Sonntagnachmittag über 1000 Menschen evakuiert worden. Bildquelle: Reuters.
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Bild 14 von 15. 21.9.2013: Der Eingang zum Parkhaus. Die Attentäter erschossen auf dem Weg ins Gebäude über ein Dutzend Menschen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 15 von 15. 21.9.2013: Ein verletzter Polizist – gemäss einem Augenzeugen haben die Angreifer zunächst auf Kunden geschossen. Dann aber vor allem die Sicherheitskräfte ins Visier genommen. Bildquelle: Keystone.