-
Bild 1 von 9. Der neue Präsidentenpalast in der Hauptstadt Ankara umfasst ein Areal von 1,77 Hektaren. Das Gebäude beansprucht etwa 40'000 Quadratmeter. Mit seinem Umzug stellt sich Erdogan in eine illustre «Erbfolge»: Das Grundstück soll einst Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk gehört haben. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 2 von 9. Geschlossene Pforten: Ursprünglich wollte der Präsident am Gründungstag der türkischen Republik zu einer feierlichen Zeremonie laden. Nachdem er am Morgen noch die Glückwünsche einer erlesenen Schar vor Gästen entgegen nahm, fielen die abendlichen Festlichkeiten wegen des Grubenunglücks im Süden der Türkei aus. Bildquelle: Reuters.
-
Bild 3 von 9. Bis zum Eröffnungstag liefen die letzten Arbeiten am ausladenden Anwesen. Rund zweieinhalb Monate nach gewonnener Präsidentschaftswahl zieht Erdogan nun in seine neue Residenz ein. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 4 von 9. Auch im Innern wartet das Anwesen mit prunkvoller Ausstattung mit «seldschukischen und osmanischen Elementen» auf. Mancher Kritiker rümpft über die Neuinterpretation des Kulturerbes die Nase und bezeichnet die streitbare Architektur, wie etwa der Journalist Cengiz Candar, schlichtweg als «Kitsch». Bildquelle: Reuters.
-
Bild 5 von 9. 3000 Bäume eines Waldstückes, das unter Naturschutz steht und zwölf Fussballfelder gross war, sollen für das Anwesen gerodet worden sein. Mehrere Gerichte verhängten 2011 einen Baustopp. Erdogans vielsagende Antwort: «Sollen die Richter den Palast doch abreissen – wenn sie die Macht dazu haben.». Bildquelle: Keystone.
-
Bild 6 von 9. Erdogan wollte nach eigener Aussage etwas grosses, prachtvolles bauen, worin «sich die neue Türkei manifestiert.» Zumindest die Dimensionen des «Dienstgebäudes des Präsidenten» lassen viel Raum zur Entfaltung. Neu heisst das Anwesen eleganter – und ungleich weniger bescheiden – «Präsidentenpalast». Bildquelle: Keystone.
-
Bild 7 von 9. Ein böses Omen? Am Nationalfeiertag plante Erdogan den feierlichen Einzug in seine neue Residenz. Das Grubenunglück in der Südtürkei mit 18 verschütteten Bergleuten durchkreuzte seine Pläne. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 8 von 9. Dafür, dass Erdogan das Präsidentenamt nicht nur architektonisch neu interpretieren will, sprechen auch gewisse Ausstattungen des Interieurs: Im Inneren des Palastes soll es abhörsichere Zimmer, Bunker, Tunnel und Schutzräume gegen chemische Waffen geben. Bildquelle: Keystone.
-
Bild 9 von 9. Weise Voraussicht? Vor drei Jahren gab Recep Tayyip Erdogan den Auftrag für den Monumentalbau. Für eine neue Amtszeit konnte der Ministerpräsident von 2003-2011 nicht mehr kandidieren. Jetzt zieht er als 12. Präsident der Türkei in den «Weissen Palast» ein. Bildquelle: Keystone.
Der türkische Präsident hat vor allem repräsentative Funktion. Recep Tayyip Erdogan nimmt diesen verfassungsmässigen Auftrag offensichtlich wörtlich. Für geschätzte 300 Millionen Franken liess sich der neue starke Mann der Türkei einen «Weissen Palast» errichten: 1000 Zimmer, Wände aus sündhaft teurem Granit und Verzierungen im «osmanischen Stil» bilden ein monumentales Ensemble – das nicht nur auf Gegenliebe stösst.
Was manch Architekturfreund als «Kitsch» bezeichnet, ist für Umweltschützer ein Affront sondergleichen: Für den Prachtbau in Ankara wurde ein unter Naturschutz stehendes Waldstück gerodet. Am bittersten fällt indes die Kritik der Opposition aus. Diese erblickt im Monumentalbau, der selbst den Buckingham Palace überragt, ein Mahnmal des Machtmissbrauchs.