- Russland beendet die Zusammenarbeit im Rahmen der Internationalen Raumstation ISS.
- Nur noch bis 2024 will man in Moskau am Programm teilnehmen.
- Russland will stattdessen eine eigene Raumstation bauen.
Russland steigt ab dem Jahr 2024 aus der ISS aus. Das sagte der neue Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Juri Borissow bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Über einen möglichen russischen Rückzug war lange spekuliert worden.
«Natürlich werden wir alle unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern erfüllen, aber die Entscheidung über den Ausstieg aus dieser Station nach 2024 ist gefallen», sagte Borissow, den Putin zuvor als Nachfolger von Dmitri Rogosin eingesetzt hatte.
Zukunft des russischen ISS-Moduls noch offen
Rogosin hatte die Zusammenarbeit mit den USA auch angesichts politischer Spannungen zwischen Moskau und Washington im Zuge des Krieges in der Ukraine zuletzt immer wieder in Frage gestellt.
ISS, MIR und Co: Diese Raumstationen gab es bislang
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Bild 1 von 6. Saljut. Im Rennen um die Vorherrschaft im All errichtete die Sowjetunion im April 1971 mit Saljut-1 die erste bemannte Raumstation. Sie befand sich gut 200 Kilometer über der Erde. 1982 startete Saljut-7 ins All, 1991 verglühte sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Für die Arbeit an der Raumstation wurde in einem Becken geprobt. Bildquelle: imago images.
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Bild 2 von 6. Skylab. Die Antwort der USA liess nicht lange auf sich warten: 1973 ging die einzige rein amerikanische Raumstation in Betrieb, das «Himmelslabor» Skylab. Bei drei Missionen beobachteten je drei Astronauten Sonne und Erde und führten Experimente durch, unter anderem zur Schwerelosigkeit. Die Station verglühte 1979. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 6. MIR. Nach ihrem Start 1986 blieb die russische Raumstation 15 Jahre lang das grösste künstliche Objekt in der Umlaufbahn. Wurde Saljut-7 vollständig auf der Erde zusammengebaut, wurden bei der Mir mehrere Module erst im Weltraum montiert. Unter russischer Führung wurde die Station international für wissenschaftliche Zwecke genutzt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 6. MIR. Nach mehr als 86 000 Erdumrundungen kam es 2001 zum kontrollierten Absturz der Mir. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 6. ISS. Die Internationale Raumstation ISS kreist in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde - eine Umrundung in 90 Minuten. Ihr schrittweiser Aufbau beginnt 1998. Beteiligt sind die USA, Russland, Kanada, Japan und Mitgliedsstaaten der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Russland hat angekündigt nach 2024 aus der ISS auszusteigen. Bildquelle: Reuters.
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Bild 6 von 6. Tiangong. Chinas Raumstation Tiangong (Himmelspalast) soll Ende 2022 fertig sein und etwa ein Sechstel so groß wie die ISS werden. Sie hatte zwei Vorgänger: Raumlabor Tiangong 1 war 2011 gestartet, Tiangong 2 im Jahr 2016. Beide verglühten in der Atmosphäre. Bildquelle: Reuters.
Borissow sagte, dass bis zum Ausstieg mit dem Bau einer russischen Raumfahrtstation begonnen werden solle. Die ISS war zuletzt in die Jahre gekommen und hatte immer wieder wegen Pannen für Aufsehen gesorgt.
Rogosin hatte zuvor nicht ausgeschlossen, das russische Modul von der ISS abzukoppeln und eigenständig weiterzubetreiben. Dabei deutete er auch eine mögliche Nutzung der Station zur militärischen Erdbeobachtung an.
Nach dem von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben westliche Länder auch Sanktionen gegen die russische Raumfahrtindustrie verhängt.