Darum geht es: Ab Samstag erheben die USA generell zehn Prozent Zoll auf alle Einfuhren. Vier Tage später folgen höhere Zölle für Länder mit hohem Handelsdefizit – darunter fällt auch die Schweiz. Trump kündigte für die Schweiz Zölle von 31 oder 32 Prozent – je nach Unterlagen – auf Schweizer Exporte an. Diese seien eine Reaktion auf die Zölle von 61 Prozent, welche die Schweiz angeblich auf US-Produkte erhebe.
So reagiert der Bundesrat: Der Bundesrat hat bekannt gegeben, dass er auf unmittelbare Gegenmassnahmen verzichte. Eine Zunahme der handelspolitischen Spannungen liege nicht im Interesse der Schweiz, erklärte Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter. Gegenmassnahmen wären mit Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft verbunden.
Die Berechnungen der US-Regierung sind für den Bundesrat nicht nachvollziehbar.
Gleichzeitig drückte die Bundesrätin ihr Unverständnis aus: «Die Berechnungen der US-Regierung sind für den Bundesrat nicht nachvollziehbar.» Und weiter: «Wir bedauern, dass sich die USA weiter vom Freihandel und einer regelbasierten Ordnung im Welthandel entfernen.»
Diese Branchen sind betroffen: Von den zusätzlichen Zöllen sind nach Angaben des Bundesrats wichtige Exportprodukte wie Maschinen, Uhren und landwirtschaftliche Güter wie Kaffeekapseln, Energydrinks, Käse und Schokolade betroffen. Grundsätzlich trifft es Schweizer Firmen, die nicht in den USA selber produzieren, aber dorthin exportieren. Ebenfalls hart treffen dürften die Zölle demnach die Uhren- und Schmuckkonzerne wie Swatch und Richemont. Die USA sind mittlerweile der wichtigste Absatzmarkt für die Schweizer Uhrenindustrie. Auch für die Medtech-Branche steht viel auf dem Spiel: Fast ein Viertel der Ausfuhren geht in die USA. Auch Produzenten chemischer Erzeugnisse seien betroffen, sie erhalten keine Ausnahmeregelungen.
Diese Sektoren sind von den Zöllen ausgenommen: Die Pharmaindustrie, die einen grossen Exportanteil der Schweiz ausmacht, wurde von den Zöllen ausgenommen. Dadurch will die US-Regierung die Versorgung mit Medikamenten sichern und die Unterbrechungen von Versorgungsketten unterbinden. Auch Gold fällt nicht unter die von Trump erlassene Verordnung.
So geht es weiter: Der Bundesrat will die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Massnahmen und deren Auswirkungen auf die Schweiz nun vertieft analysieren. Er steht gemäss eigenen Angaben im Kontakt mit den betroffenen Branchen sowie den US-Behörden.