Schmutziger Donnerstag, Punkt 5 Uhr: Ein riesiger Chlapf lässt die Luzerner Altstadt erzittern. Mit dem traditionellen Urknall startet die Luzerner Fasnacht in eine weitere Ausgabe. Unmittelbar nach dem Urknall ziehen bereits die ersten Guggenmusiken lautstark durch die Stadt.
Jetzt ist auch Tim Meier in seinem Element. Mit seiner Kamera und seinem Handy wuselt der 28-Jährige zwischen den Guggenmusiken umher. Er ist schon lange auf den Beinen und hat bereits die magischen Momente einfangen, als die Plätze in der Luzerner Altstadt noch leer waren.
Die Ausrüstung von Tim Meier ist schlicht, aber zweckmässig. Er arbeitet mit einer Kamera und filmt das Geschehen auf den Gassen mit einem speziellen Stativ. Auch das Mobiltelefon kommt zum Einsatz. Nach ein paar Stunden kehrt Tim Meier in seine Wohnung zurück, mitten in der Luzerner Altstadt.
Sofort macht er sich an die Bearbeitung seines Materials. Seine Finger rasen über die Tastatur und den Handybildschirm. «Die Videos vom Urknall und vom schmutzigen Donnerstag möchte ich schnell online haben», sagt Meier, der in der Marketingabteilung der Hochschule Luzern arbeitet. Sein Account «Luzernerfasi» ist beliebt. Aktuell hat er über 5500 Follower. Und mit jeder Fasnacht werden es mehr.
Geld verdient Tim Meier, der Produkt- und Industriedesign studiert hat, mit dieser Arbeit nicht. Er postet seine Videos und Bilder aus Freude an der Fasnacht. «Die Fasnacht ist für mich eine Herzensangelegenheit.» Er wolle mithelfen, die Luzerner Fasnacht lebendig zu halten. Kaum hat er den neusten Post auf Instagram veröffentlicht, packt Tim Meier seine Ausrüstung und stürzt sich wieder ins fasnächtliche Treiben.
Das nächste Ziel von Tim Meier ist der Umzug der Kulturfasnächtlerinnen und-fasnächtler. Weit kommt er allerdings nicht. Viele Personen unterwegs kennen ihn und stoppen ihn für einen Schwatz. Unter ihnen ist Roger Stalder, ein bekannter Luzerner Maskenkünstler: «Ich bin natürlich regelmässig auf Tims Kanal unterwegs – er macht coole Geschichten.»
In der Zwischenzeit ist der Umzug der Kulturfasnächtler in vollem Gang. Tim Meier steht manchmal am Rand, manchmal aber auch mitten drin im Geschehen. «Wahrscheinlich nerve ich die Leute schon ein wenig», lacht er. Aber seine Priorität sei halt klar – die Luzerner Fasnacht so nah wie möglich zu zeigen. Er drückt den roten Knopf auf seinem Mobiltelefon. Die letzte Aufnahme für den Moment ist gemacht. Jetzt geht es schnell wieder kurz zurück in die Wohnung. Der nächste Instagram-Post muss raus.