Seit letztem Freitag dürfen Velos, E-Trottis und Mofas bei Rot rechts abbiegen, sofern eine Tafel an der Ampel es erlaubt. Die Signalisation zeigt ein gelbes Fahrrad und einen Pfeil. Die Neuerung ist eine der Verkehrsregeln, welche seit Anfang Januar schweizweit gelten.
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Bild 1 von 5. Bei Rot rechts abbiegen. Mofa- und VelofahrerInnen dürfen bei einer roten Ampel rechts abbiegen, wenn sie entsprechend gekennzeichnet ist. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 5. Fahrräder auf dem Trottoir. Wo es keinen Velostreifen oder Veloweg gibt, dürfen Kinder bis zwölf Jahre auf dem Trottoir fahren. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 5. Rettungsgasse bilden. AutofahrerInnen müssen bei Stau oder stockendem Verkehr automatisch eine Rettungsgasse bilden. Wer sich nicht daran hält, kann gebüsst werden. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 5. Reissverschluss . Das Reissverschluss-Prinzip am Ende eines Fahrstreifens und bei Autobahn-Einfahrten ist obligatorisch. FahrerInnen auf der freien Spur müssen vor sich ein Auto einfädeln lassen. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 5. Rechts vorbeifahren auf der Autobahn. Bei Staus, stockendem Verkehr oder einem Unfall dürfen Autos auf der rechten Spur an Fahrzeugen auf der linken Spur vorbeifahren. Rechtsüberholen bleibt verboten. Bildquelle: SRF.
Zürich ist jene Deutschschweizer Stadt, die derzeit wohl am meisten Kreuzungen markiert. Insgesamt hat Zürich bei 900 Kreuzungen geprüft, ob sie die Sicherheitskriterien erfüllen. Das Ergebnis: Bei 81 Kreuzungen können Velos, E-Trottis und Mofas demnächst bei Rot abbiegen. Entsprechende Signalisationen werden laut einer Mitteilung «in den kommenden Tagen» montiert.
Im Gegensatz zum Kanton und anderen Schweizer Städten hat Zürich die neue Regelung sehr schnell umgesetzt. «Das Ziel ist, dass Velofahrerinnen und Velofahrer in der Stadt flüssiger unterwegs sind», so die Stadtzürcher Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart (Grüne). Rechts abbiegen bei Rot sei eine Möglichkeit, dieses Ziel zu verfolgen.
Das Ziel ist, dass Velofahrerinnen und Velofahrer in der Stadt Zürich flüssiger unterwegs sind.
Auch Organisationen wie der Touringclub TCS begrüssen es, dass die Stadt rasch handelt. Die Autofahrer würden vom flüssigen Veloverkehr profitieren, heisst es auf Anfrage von SRF.
Skeptischer hingegen sind jene, die sich für die Rechte der Fussgängerinnen einsetzen. Zwar haben Fussgänger weiterhin Vortritt. Doch sie würden als schwächste Verkehrsteilnehmer noch mehr in Bedrängnis geraten, fürchtet Monika Litscher, Geschäftsleiterin des Vereins «Fussverkehr Schweiz».
Sie könnten im Slalom um die Fussgänger herumfahren und ein Gefühl der Unsicherheit auslösen.
«Eine Befürchtung ist, dass unvorsichtige und rücksichtslose Velofahrende den Fussgängerstreifen überfahren und den Fussgängern den Weg abschneiden», so Litscher. Sie könnten im Slalom um Fussgänger herumfahren und so ein Gefühl der Unsicherheit auslösen.
Bisher gab es keine Unfälle
Dieses Risiko ist auch den Verantwortlichen der Stadt Zürich bewusst. Sie haben deshalb im Vorfeld zehn Kreuzungen überwacht, bei denen Velos verbotenerweise rechts abbiegen. Das Fazit der Erhebung: Bei 461 solchen Manövern kam es nur 14 Mal zu einem Zwischenfall. Verkehrsteilnehmer mussten einander ausweichen oder bremsen. Einen Unfall gab es nicht.
Dave Durner, Projektleiter Velosicherheit Stadt Zürich ist überzeugt, dass es auch künftig keine grösseren Probleme geben wird: «Ich lese aus der Erhebung, dass es problemlos möglich ist, wenn Velofahrende an den vorgesehenen Orten bei Rot rechts abbiegen.» Die Stadt will deshalb im Verlauf des Jahres weitere Signalisationen anbringen.