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Pflege: Hoher Aufwand für Qualitätskontrolle
Aus Echo der Zeit vom 15.07.2023. Bild: Keystone
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Qualität im Gesundheitswesen Mit Messungen zu besseren Behandlungen?

Auch wenn die Qualität des Schweizer Gesundheitswesens als gut gilt, kann die Situation in den Spitälern noch besser werden. Der Bund will die Anstrengungen in der Branche fördern und sich einen Überblick verschaffen. Doch das Gesundheitswesen hat nicht auf zusätzliche Datenerhebungen gewartet.

Jede zehnte Person in Spitalbehandlung erlebt einen unerwünschten Vorfall. Rund die Hälfte liesse sich vermeiden, davon gehen verschiedene internationale Studien aus. In der Schweiz wird die Qualität von Pflege und Medizin seit einigen Jahren gemessen, punktuell und nicht in allen Kantonen vergleichbar.

2019 änderte der Rahmen: Der Bundesrat gibt nun alle vier Jahre Ziele vor für die Qualität. Ferner soll die Qualität weiterentwickelt und neu einheitlich gemessen werden, sodass sie sich vergleichen lässt.

Eine Pflegekraft hilft einer älteren Person aus dem Rollstuhl.
Legende: Studien gehen davon aus, dass sich rund die Hälfte der unerwünschten Spitalvorfälle vermeiden liesse. Keystone/Christian Beutler

Zur Unterstützung hat der Bundesrat vor zwei Jahren eine neue Kommission ins Leben gerufen: die Eidgenössische Qualitätskommission EQK. Dieser Expertenkommission gehören 15 Mitglieder aus dem Gesundheitswesen, einschliesslich Versicherer, Wissenschaft, Patientenorganisationen und aus den Kantonen an. 

Die EQK berät alle Beteiligten in Fragen zur Entwicklung der Qualität und koordiniert die Arbeiten, sie gibt Studien und Programme zur verbesserten Qualität in Auftrag und kann Projekte zur Hälfte mitfinanzieren. Die Gelder kommen zu je einem Drittel vom Bund, den Kantonen sowie den Krankenversicherern.

Mehr Qualität in der Pflege

So unterstützt die EQK etwa das nationale Programm über die Qualität in der Langzeitpflege in Alters- und Pflegeheimen, das mitten in der Erarbeitung der Grundlagen ist. Auch unterstützt die EQK ein nationales Programm zur Sepsis, das im Herbst starten soll und den Umgang mit Blutvergiftungen verbessern soll – vom raschen Erkennen bis zur Nachsorge.

Institutionen halten die bisherigen Bemühungen aufrecht

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Bisherige Bemühungen um Qualität laufen weiter. Es gibt sie in den Institution, ihren Verbänden und in den beteiligten Berufsgruppen und Fachgesellschaften. Zwei Beispiele, die es schon länger gibt:

So gibt es beispielsweise den Verein ANQ (seit 2011), welcher Daten zu Spitälern und Kliniken veröffentlicht, die Aussagen über die Qualität der Behandlungen zulassen; inzwischen sind es 28 verschiedene Indikatoren – von der Anzahl der Wundinfektionen, Stürzen, nötigen Rehospitalisationen bis zur Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten und dem Register für Hüft- oder Wirbel-Implantate. Im Vorstand vertreten sind Spitäler, Psychiatrien, Reha-Kliniken, Kantone, und Krankenversicherer.

Ebenfalls seit einiger Zeit gibt es Bestrebungen, aus Fehlern zu lernen. Die Stiftung für Patientensicherheit (seit 2003) hat in den vergangenen Jahren viel in Studien und in ein System, um Fehler anonym zu melden, investiert. Daraus leitet sie Empfehlungen und Schulungen ab – für ambulante und stationäre Behandlungen. In der Trägerschaft vertreten: Spitäler, medizinische Fachgesellschaften, Kantone, Berufsverbände der Pflegefachleute, Apotheken, Spitex, Patientenschutz, Wissenschaft.

Obwohl sich niemand im Gesundheitswesen gegen mehr Qualität wehrt: Gegen mehr administrativen Aufwand wehren sich alle. Denn dieser nimmt bereits jetzt einen grossen Teil der Zeit in Anspruch, die dann im direkten Umgang mit Patientin und Patient fehlt. Deshalb wünschen sich Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegende, dass bestehende Daten ausgewertet werden, wo immer es möglich ist.

Video
Aus dem Archiv: Kommission soll Qualität im Gesundheitswesen verbessern
Aus Tagesschau vom 21.06.2022.
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Echo der Zeit, 15.07.2023, 18:00 Uhr

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