Sanierung einer Abfalldeponie - Solothurner Müllsanierung wird teurer und vielleicht aufwändiger
In Solothurn wird die Abfalldeponie «Stadtmist» saniert. Grosse Mengen Abfälle müssen aus dem kontaminierten Boden ausgebaggert werden. Aktuell geht es darum, diese Abfälle und den Boden wieder zu reinigen. Dafür kommt nun eine neue Anlage zum Einsatz.
Roger Dürrenmatt muss ausbaden, was frühere Generationen Solothurn eingebrockt haben – oder besser gesagt, er muss es ausbaggern. Der 47-Jährige leitet die Sanierung einer der grössten Abfalldeponien der Schweiz. Auf dem «Stadtmist» im Westen der Stadt wurden auf einer Fläche von rund 23 Fussballfeldern über 50 Jahre lang Abfälle deponiert, hauptsächlich Haushalts- und Gewerbeabfall.
Ein so heterogener Deponiekörper ist nichts Alltägliches.
Die Sanierung sei aussergewöhnlich, sagt Dürrenmatt. Zum Beispiel wegen der Zusammensetzung der Deponie: «Ein so heterogener Deponiekörper ist nichts Alltägliches.» Man finde im Boden fast alles: von Altmetall über Damenstrümpfe bis zu Autoreifen.
Stadtmist Solothurn
Die Sanierung einer Deponie mit so vielen verschiedenen Stoffen ist aufwändig. Aktuell beginnt in diesem Zusammenhang eine wichtige Phase. Ein Jahr nach dem Beginn der Arbeiten ist die Sortieranlage bereit für die Aufbereitung des ausgebaggerten Abfalls.
Insgesamt wurden zwischen 1925 und 1976 auf den drei Deponiefeldern im Westen der Stadt Solothurn rund 500'000 Tonnen Abfall abgeladen. Dass der Boden kontaminiert ist, ist schon lange klar. Die sich zersetzenden Abfälle sind eine Gefahr für Umwelt und Grundwasser. Erst nach jahrelangem Seilziehen konnten sich Bund und Kanton Solothurn auf einen Sanierungsplan einigen.
Seit Mitte 2022 läuft die Totalsanierung. Die betroffenen Bodenschichten der drei Deponien werden komplett ausgehoben und das Material wird sachgerecht verwertet.
Sanierung wird teurer
Die ganze Sanierung dauert bis 2028 und kostet rund 120 Millionen Franken. Bund, Kanton und Stadt teilen sich die Kosten. Laut aktuellen Schätzungen könnte aber die Teuerung die Kosten auf 136 Millionen Franken erhöhen. Die Gesamtkosten waren bei der Planung des Projektes umstritten.
Herzstück der Sanierung ist die 80 Meter lange Halle mit der Abfallbehandlungsanlage. Hier wird der Aushub automatisch sortiert. Metall wird mit Magneten getrennt, Kies ausgesiebt und feiner Sand mit Luft abgeschieden. Die einzelnen Bestandteile werden anschliessend verwertet. Kies und Sand soll zum Teil verbaut werden, Kunststoff verbannt. Die gepresste Schlacke geht in die Zementindustrie oder wird deponiert.
Das passiere fast vollständig automatisch, erklärt Ursin Ginsig, der Leiter Altlasten der zuständigen Firma Eberhard. «Pro Tag werden 500 bis 600 Tonnen Material behandelt. Das kann man von Hand gar nicht bewerkstelligen.» Ausserdem sei eine hohe Automatisierung auch deutlich günstiger.
Pro Tag werden 500 bis 600 Tonnen Material behandelt. Das kann man von Hand nicht bewerkstelligen.
Die Prüfung auf Schadstoffe und die Sicherstellung, dass diese nicht freigesetzt werden, sind bei dieser Sanierung sehr wichtig. Die Lastwagen fahren beim An- und Abtransport durch eine Reifenwaschanlage und passieren standardmässig eine automatische Radioaktivitätsmessung. In der näheren Umgebung sind Geräte installiert, die den Staub in der Luft überwachen, alles Deponiewasser wird gesammelt und behandelt.
Ein Schadstoff bereitet den Verantwortlichen aktuell noch Sorgen. Die sogenannten PFAS sind fast unzerstörbare Chemikalien, die seit Jahrzehnten in der Textil-, Farben- oder Papierindustrie eingesetzt werden. Es ist nicht auszuschliessen, dass sich PFAS auch im Solothurner Stadtmist finden. Der Stoff wurde unter anderem auch für die Teflonbeschichtung von Pfannen eingesetzt.
Wie man diese Stoffe allenfalls ausfiltern und was das zusätzlich kosten würde, ist aktuell noch unklar. Diese Frage ist allerdings nicht die erste und kaum die letzte Unbekannte beim Grossprojekt Sanierung Stadtmist.
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