Bisher fährt ein Bus von Köniz durch Bern bis Ostermundigen. Um die Kapazität dieser Linie zu erhöhen, sollen die Busse durch Trams ersetzt werden. Ob das Tramprojekt realisiert wird, hängt nun von den Stimmberechtigten der Gemeinden Bern, Köniz und Ostermundigen ab: Sie entscheiden für jeweils ihre Gemeinde, ob sich diese an den Kosten des Grossprojekts beteiligen soll.
Bei einem Nein in Köniz oder Ostermundigen wird das Tram auf dem entsprechenden Abschnitt nicht gebaut. Wenn beide Gemeinden oder die Stadt Bern Nein stimmen, scheitert das ganze Projekt.
Die Gemeinden übernehmen folgende Kosten für das Tram Region Bern. In der Stadt Bern geht es um 54,6 Millionen Franken, in Köniz um 18,1 und in Ostermundigen um 27,9 Millionen Franken. Den Rest übernehmen Bund und Kanton Bern. Im Vorfeld haben sich alle drei Gemeindeparlamente für das Grossprojekt ausgesprochen.
Die Linienpläne von «Tram Region Bern»
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Bild 1 von 4. Linie 10 - Bern. Im Stadtzentrum führt die neue Linie durch die Hauptgassen. Vom Hirschengraben bis zum Eigerplatz fährt das geplante Tram auf den bestehenden Schienen via Kocherpark/Hasler und nicht via Monbijou wie heute der Bus. Einige Haltestellen werden leicht verschoben. Bildquelle: zvg.
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Bild 2 von 4. Linie 10 Ostermundigen. Die Linienführung des geplanten Trams entspricht in Ostermundigen weitgehend der heutigen Buslinie 10. Die Steigung auf die Rüti wird mit einem Tunnel bewältigt und die Wendeschlaufe an der Endstation verschoben. Bildquelle: zvg.
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Bild 3 von 4. Linie 10 - Köniz. In der Gemeinde Köniz fährt das geplante Tram weitgehend auf der Linie des heutigen 10er-Busses. Die Linie wird auf das Schliern-Plateau geführt, wo die künftige Endhaltestelle entsteht. Bildquelle: zvg.
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Bild 4 von 4. Linie 9 - Kleinwabern. Die bestehende Tramlinie nach Wabern soll mit dem «Tram Region Bern» um drei Haltestellen verlängert werden und neu bis Kleinwabern fahren. Bildquelle: zvg.
«Ohne Tram geht es nicht»
Für die Exekutiven der Gemeinden und des Kantons Bern ist klar: Das Tram Region Bern ist nötig. Schon heute sei die 10er-Buslinie zwischen Ostermundigen und Köniz mehr als ausgelastet – zu Stosszeiten gar überfüllt. Wenn die Stadt Bern und die Agglomeration weiter wachsen, sei der Ausbau des öffentlichen Verkehrs unumgänglich, meinen die Befürworter des Projektes.
Angst vor Siedlungsdruck
Der Widerstand gegen das neue Tram setzt sich aus verschiedenen Gruppen zusammen. In Köniz befürchten Gegner, dass mit der besseren Erschliessung der Siedlungsdruck auf die ländlicheren Teile der Gemeinde zunehmen könnte. Auch das vor nicht allzu langer Zeit umgebaute Zentrum von Köniz ist Gegenstand der Diskussion. Hier würde in die platzartige, offene Gestaltung eingegriffen und noch nicht abgeschriebene Infrastruktur ersetzt, kritisieren die Tramgegner.
In der Stadt Bern gibt vor allem die Streckenführung zu reden. Die Innenstadt werde mit einer weiteren Tramlinie zu stark beansprucht, wird argumentiert. Weiter wehren sich grüne Kreise gegen das Entfernen von gesunden Alleebäumen an der Viktoriastrasse.
In Ostermundigen wird über den letzten Streckenabschnitt auf die Rüti diskutiert. Die starke Steigung soll mit einem Tunnel überwunden werden. Diese Option ist im Vergleich mit anderen Ansätzen teurer.
Die drei Gemeinden stimmen am 28. September 2014 über das Tram Region Bern ab. Das Geld von Bund und Kanton Bern ist bereits gesprochen.