- Die Detailhändlerin Migros startet erneut einen Versuch mit Plastik-Recycling.
- Seit Montag können Plastikverpackungen in über 40 Filialen der Genossenschaft Luzern abgegeben werden. Der Plastik muss demnach in Sammelsäcken abgegeben werden, die kostenpflichtig sind.
- Die Idee ist nicht neu: Letztes Jahr brach die Migros ein solches Projekt kurz vor dem Start im Sommer ab.
Das teilte der Migros Genossenschafts-Bund mit. Die Migros-Lastwagen, welche die Filialen beliefern, würden den Plastikabfall wieder mitnehmen. Dieser werde von den Firmen Innorecycling und Innoplastics sortiert und zu Regranulaten verarbeitet. «Wir wollen das dann primär bei uns in der Eigenindustrie einsetzen, um damit wieder Verpackungen für unsere Produkte herstellen zu können. Somit schliesst sich dann auch der Kreislauf», sagt Migros-Mediensprecher Patrick Stöpper. Das Unternehmen könne damit den Anteil an neuem Plastikmaterial deutlich reduzieren.
Die Sammelsäcke sind in den Grössen 17, 35 und 60 Liter erhältlich. Eine Rolle mit zehn Säcken kostet 9, 17 oder 25 Franken. Damit sollen Kosten des Projekts gedeckt werden, sagt die Migros. Das kostenlose Sammelangebot für Plastikflaschen und PET-Getränkeflaschen bleibt bestehen. Im kostenpflichtigen Sammelsack können aber neu alle anderen Plastikabfälle bei der Migros retourniert werden. Dazu gehören etwa Tragtaschen, Folien sowie Plastikbecher und -schalen und weitere Verpackungen.
Kooperation mit Abfallverbänden
Beim Plastiksammeln kooperiert die Migros nach eigenen Angaben mit Abfallverbänden aus den Kantonen Luzern (Real, GKRE, Gall,) Zug (Zeba), Uri (Zaku), Schwyz (ZKRI), Obwalden (EZV OW) und Nidwalden (KVV NW).
Die Zusammenarbeit äussere sich darin, dass die Migros im Auftrag der Kehrrichtverbände die Kunststoffe sammle, sagt Mediensprecher Patrick Stöpper. Die Abfallverbände würden die Aufsicht über die Abfall- und Finanzströme behalten. Die entsprechenden Zuständigkeiten seien klar geregelt und vertraglich festgehalten worden.
Plastikrecycling ist komplex
Das Recyling von Plastik sei grundsätzlich komplex, sagt Martin Zumstein vom Luzerner Recyling-Verband Real: «Eines der Probleme der Plastiksammlung ist, dass relativ viele Fremdstoffe im Plastik landen. Wenn das an einer unbewachten Sammelstelle passiert, wie sie die Quartiersammelstellen darstellen, hat die Erfahrung gezeigt, dass da die Qualität eher schlechter wird.»
Hier erhofft er sich Vorteile bei der Kooperation mit der Migros: «Ich vermute, dass wir im Modell mit der Migros, wo die Kunststoffsäcke in die Filialen zurückgebracht werden, eine bessere Qualität erzeugen.»
Wenn es funktioniert und das neue Angebot auf Anklang stösst, will es die Migros auf weitere Regionen ausdehnen.