- Der Lebensraum von über 147'000 Tier- und Pflanzenarten ist aktuell bedroht. Über 41'000 Arten sind gar vom Aussterben bedroht, mehr als jemals zuvor.
- Das zeigt die aktualisierte Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN.
- Neu auf der Liste steht unter anderem der wandernde Monarchfalter. Er ist vom Aussterben bedroht.
Der leuchtend orange Monarchfalter ist für seine bis zu 4000 Kilometer langen Wanderflüge in Amerika bekannt – und stark gefährdet. Das teilte die Weltnaturschutzunion IUCN am Donnerstag mit.
Diese Tiere sind vom Aussterben bedroht
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Bild 1 von 6. Der wandernde Monarchfalter, eine Unterart des Monarchfalters, ist neu auf der Roten Liste. Mit weniger Pestiziden und mehr Seidenpflanzen kann man das Tier noch vor dem Aussterben retten. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 6. Der afrikanische Savannenelefant wird von der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Er ist eine Unterart des Afrikanischen Elefanten. Bildquelle: Reuters.
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Bild 3 von 6. Millionen Feldhamster waren früher in Europa unterwegs. Nun ist der kleine Nager vom Aussterben bedroht und auf der Roten Liste. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 6. Trotz Walfangverbot nimmt die Zahl der Glattwale jährlich ab. 2018 gab es schätzungsweise noch 250 Exemplare der Tierart. Bildquelle: Reuters.
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Bild 5 von 6. Der eurasische Luchs gilt in der Schweiz gemäss dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) als stark gefährdet. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 6. Die Population der Wildkaninchen in der Schweiz ist sehr klein. Anfang der 1980er-Jahre war die Tierart im Tessin noch gut vertreten. Wegen einer Epidemie verschwand aber Ende des 20. Jahrhunderts die Tierart aus der Region. Bildquelle: IMAGO / imagebroker.
Vom Aussterben bedroht ist der Falter wegen der Zerstörung seines Lebensraums und dem Klimawandel. Aufgrund der hohen Temperaturen müssten die Falter immer früher den Flug in ihre Sommergefilde antreten, obwohl dort die Seidenpflanzen, von denen sie sich ernähren, noch nicht aufgegangen sind, schreibt die IUCN. Dürre, Pestizide und Abholzung zerstören den Lebensraum des Falters in Nordamerika zusätzlich.
Schmetterling könnte noch gerettet werden
Die Zahl der wandernden Monarchfalter sei innerhalb von zehn Jahren um bis zu 72 Prozent gefallen, berichtet die IUCN. Die kleinere westliche Population habe in den 1980er-Jahren noch aus schätzungsweise zehn Millionen Faltern bestanden, 2021 seien es noch knapp 2000 Schmetterlinge gewesen. Die grössere östliche Population sei allein zwischen 1996 und 2004 um 84 Prozent geschrumpft.
Noch ist es laut der Weltnaturschutzunion nicht zu spät, die Falter vor dem Aussterben zu retten. Weniger Pestizide und mehr Seidenpflanzen könnten zum Überleben beitragen. Auf der Roten Liste steht nur die wandernde Unterart «Danaus plexippus plexippus», die von Mexiko und Kalifornien nach Norden bis nach Kanada fliegt. Daneben gibt es noch weniger bekannte Unterarten, die keine Wanderzüge machen.
41'000 Arten vom Aussterben bedroht
Auf der seit 1964 geführten Roten Liste der bedrohten Arten stehen inzwischen mehr als 147'000 Tier- und Pflanzenarten, von denen mehr als 41'000 vom Aussterben bedroht sind. Die Liste zeige, wie zerbrechlich die Wunder der Natur sind.
Es brauche entschlossene Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und der Wiederherstellung von Ökosystemen, betont die IUCN im Bericht.
Bericht der IUCN
Kleine Erfolge gibt es bei den Schutzbemühungen für den Tiger. Dieser gilt zwar weiterhin als stark gefährdet, eine Erholung der Bestände sei aber möglich, so die Weltnaturschutzorganisation.