Im Streit um die Beilegung der Affäre um gefälschte Abgaswerte bei Volkswagen in den USA zeichnet sich eine Lösung ab: US-Behörden, Sammelkläger und ein Richter haben den Eckpfeilern einer möglichen Einigung zugestimmt.
Damit ist die grösste Gefahr für den deutschen Autohesteller in den USA vorerst gebannt: VW hat nun die Möglichkeit, mit Behörden und Sammelklägern Vergleiche auszuhandeln.
Nur für Autos mit 2-Liter-Motoren
Die Lösung umfasse die Option, dass VW einen Grossteil der betroffenen Dieselwagen zurückkaufe und «substanziellen Schadensersatz» an die Besitzer zahle, hatte der zuständige Richter vor der Anhörung in San Francisco gesagt. Es gehe zunächst um die rund 480'000 in den USA von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffenen VW-Diesel mit 2,0-Liter-Motoren.
Eine Einigung für alle der fast 600'000 Dieselwagen – dazu zählen auch noch etliche Fahrzeuge mit grösseren 3,0-Liter-Motoren – stehe noch aus.Die Grundsatzeinigung gelte nur für die USA, sagte ein Konzernsprecher: Die Regelung werde in Verfahren ausserhalb der USA keine rechtliche Wirkung haben.
Kosten für VW noch offen
Unklar ist bisher, wie teuer die Lösung für VW wird. Die Zeitung «Welt» hat unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, jeder Halter eines mit der Betrugs-Software ausgestatteten VW-Modells in den USA erhalte 5000 Dollar.
Der zuständige Richter für hunderte Zivilklagen wegen Verstössen gegen US-Gesetze hat bis Donnerstag eine Lösung verlangt. Er hatte VW und der US-Umweltbehörde EPA eine Frist dafür gesetzt, die schon ein Mal verlängert worden war.