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«dialog» Schadet das Verbot harter Drogen mehr als es nützt?

Nach Genf breitet sich der Konsum von Crack auch in weiteren Schweizer Städten aus. Wie kann dem wachsenden Konsum entgegengewirkt werden und welche Unterstützung brauchen Süchtige? Diskutieren Sie mit!

In der Schweiz ist die Droge Crack auf dem Vormarsch – Städte wie Zürich bekämpfen seit letztem Jahr offene Drogenszenen, und in der Westschweiz hat sich der Konsum seit 2020 verdreifacht.

Schon länger warnen Fachleute, die Schweiz müsse ihre Drogenpolitik überdenken und anpassen. Im Sommer hat die Eidgenössische Kommission für Fragen zu Sucht und Prävention nicht übertragbarer Krankheiten (EKSN) nachgelegt. Sie verlangte innovative Ansätze, um das Angebot und die Sichtbarkeit von Crack in der Öffentlichkeit einzuschränken.

Was ist Crack?

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Crack ist Kokain, das durch einen chemischen Prozess verändert wird. Die Droge wird hergestellt, indem das pulverförmige Kokainhydrochlorid mit Backpulver und Wasser verbacken wird. Meistens wird Crack durch Rauchen mit sogenannten Crack-Pfeifen konsumiert. Dabei ist die Wirkung intensiver, aber auch kurzlebiger als bei herkömmlichem Kokain. Crack gilt neben Heroin und Methamphetamin als jene Droge, die das höchste psychische Abhängigkeitspotenzial aufweist.

«Personen, die mehrmals täglich Crack konsumieren, kommen in einen Teufelskreis aus Beschaffung und Konsum», schildert Vizepräsident Christian Schneider die Beobachtungen des letzten Sommers. Für den strategischen Analytiker bei der Kantonspolizei Zürich braucht es zusätzliche und gut zugängliche Orte – Kontaktstellen und Rückzugsorte – für diese Süchtigen, die kaum noch schlafen, essen, trinken und verwahrlosen – oder dann erschöpft 24 Stunden durchschlafen.

Mit Blick auf die erfolgreiche Heroinabgabe der letzten Jahrzehnte steht auch die kontrollierte Abgabe von Kokain an Schwerstsüchtige zur Diskussion. Allerdings gibt es kaum Forschung dazu, die Fachwelt ist gespalten, wie SRF berichtet.

Hören Sie im Beitrag von SRF, welche Argumente für Experten für und gegen die kontrollierte Abgabe von Kokain sprechen:

Anpassung der Drogenpolitik

Die Schweizer Drogenpolitik, die den Drogenkonsum und seine negativen Folgen für Konsumierende und Gesellschaft vermindern will, stützt sich auf vier Säulen: Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression.

Dieses System müsse angepasst werden, sagt Alt-Bundesrätin und Mitglied der Weltkommission für Drogenpolitik Ruth Dreifuss.

Um die Probleme im Zusammenhang mit dem Verkauf und Konsum von Crack zu lösen, plädiert Dreifuss gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS dafür, Suchtkranke durch Begleitung und emanzipatorische Ansätze aus ihrer Situation zu holen.

Was ist Ihre Meinung? Schadet die Prohibition harter Drogen mehr, als sie nützt? Diskutieren Sie mit auf der mehrsprachigen Debattenplattform «dialog».

Psychedelika in der Therapie

Während Crack und dessen schwerwiegenden Auswirkungen auf Süchtige und Gesellschaft die Diskussion um den Umgang mit harten Drogen anheizen, dreht sich eine weitere Diskussion um eine andere Gruppe Drogen: Psychedelika.

Seit 2024 sind Psychedelika in 23 Ländern legal oder wurden entkriminalisiert. Die Schweiz hat eine lange Geschichte mit solchen Drogen, seit 1938 in Basel LSD entdeckt wurde. Zusammen mit den USA, Kanada und Australien ist die Schweiz weltweit führend in der psychedelischen Therapie und Forschung. Seit 2014 können Patienten hierzulande in letzter Instanz Psychedelika im Rahmen eines «compassionate use» erhalten. Bislang ist das Genfer Universitätsspital (HUG) allerdings der einzige Ort im Land, der eine sichere psychedelische Behandlung in einem grossen medizinischen Umfeld anbietet.

RTS 19h30, 27.10.2024, 19:30 Uhr;stal ; 

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