- Der gewählte US-Präsident Joe Biden und seine designierte Vizepräsidentin Kamala Harris haben sich mit einer Siegesrede an die Bevölkerung gewandt.
- Die Wählerinnen und Wähler hätten Hoffnung und Einheit, Anstand, Wissenschaft «und ja, Wahrheit» gewählt, sagte Harris. «Ihr habt einen neuen Tag für Amerika eingeläutet.»
- «Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen», sagte Biden. Er war am Samstag von US-Medien zum Sieger der Wahl vom 3. November erklärt worden.
Biden hat in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware an die Anhänger von Amtsinhaber Donald Trump appelliert, ihm eine Chance zu geben, um gemeinsam für ein besseres Amerika zu arbeiten. «Wir müssen aufhören, unsere Gegner als Feinde zu sehen», sagte Biden. «Sie sind nicht unsere Feinde, sie sind Amerikaner.»
Ermunterung zum Neubeginn
Er sei als Demokrat gewählt worden, aber er werde der Präsident des ganzen Landes sein und «genauso hart für alle arbeiten, die mich nicht gewählt haben», versprach Biden. Biden hat die Bevölkerung zu einem Neubeginn ermuntert. «Lasst uns diese düstere Ära der Dämonisierung hier und jetzt zu Ende gehen lassen», sagte er. Er rief zu überparteilicher Zusammenarbeit auf.
«Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen», so Biden etwas später in seiner Rede. Die Amerikaner hätten ihm das Mandat gegeben, den Kampf gegen das Coronavirus zu führen, für Gerechtigkeit zu sorgen und strukturellen Rassismus auszurotten. «Der Kampf, den Anstand wieder herzustellen, die Demokratie zu verteidigen und jedem in diesem Land eine faire Chance zu geben.»
Präsentation eines Corona-Expertenrats
Schon am Montag will der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden einen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorstellen. Er werde im Kampf gegen das Virus keine Mühe scheuen, sagte er. Die «führenden Wissenschaftler und Experten» würden ihm helfen, einen «Aktionsplan» zu entwickeln, der schon ab dem Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar umgesetzt werden könne, sagte Biden.
Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis 20. Januar weiter regieren. Biden hatte jedoch schon vor der Wahl vom Dienstag erklärt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs umgehend mit Gouverneuren und Bürgermeistern kurzschliessen würde, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben. Verschiedene US-Medien hatten bereits vor Bidens Rede über die geplante Vorstellung des Expertenrats berichtet.
«Ein neuer Tag für Amerika»
Nach Ansicht der gewählten US-Vizepräsidentin Kamala Harris haben die amerikanischen Wähler eine Wende in den Vereinigten Staaten eingeleitet. «Als unsere Demokratie selbst auf dem Wahlzettel stand, die Seele Amerikas auf dem Spiel stand und die Welt zuschaute, habt ihr einen neuen Tag für Amerika eingeläutet.» Die Amerikaner hätten sich mit ihrer Wahl für Biden für Hoffnung, Einheit, Wissenschaft und Wahrheit entschieden, sagte Harris. Der gewählte Präsident sei ein «Heiler», jemand, der Amerika einen könne.
Die 56-jährige Harris würde die erste Frau und schwarze Amerikanerin im Vizepräsidentenamt. Sie sagte dazu: «Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist.»
Die US-Präsidentschaftswahl in Bildern
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Bild 1 von 16. Ein Wahlkrimi in den USA geht langsam zu Ende, zusammengefasst in Bildern. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 16. Die Wahlbeteiligung ist in der Wahlnacht rekordhoch, vor den Wahllokalen bilden sich lange Schlangen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 16. Die Auszählung zieht sich wegen der rekordhohen Wahlbeteiligung und der Briefwahl hin. Doch auch die Verifizierung der Stimmen gestaltet sich aufwändig. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 16. Für ihn ist die Sache dennoch klar: Donald Trump erklärt sich in der Wahlnacht frühzeitig zum Sieger. Bildquelle: Reuters.
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Bild 5 von 16. Nach einigen Tagen bangen, folgt die Entscheidung: Biden gewinnt Pennsylvania und damit die US-Präsidentschaftswahl. Er erreicht die nötigen 270 Elektorenstimmen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 16. In der Folge versammeln sich Tausende Menschen auf den Strassen vor dem Weissen Haus. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 16. Die Demokraten jubeln, Autos hupen, Menschen halten Schilder hoch und tanzen durch die Strassen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 16. Für Bidens Anhängerschaft ist die Erleichterung gross: Joe Biden (vorne) hält die Hand seines Sohnes Hunter, flankiert von der designierten Vizepräsidentin Kamala Harris (links) und seiner Frau Jill (rechts). Bildquelle: Reuters.
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Bild 9 von 16. Einige Stunden nachdem sein Sieg feststeht, tritt Biden öffentlich auf und wendet sich in seiner Siegesrede direkt an die amerikanische Bevölkerung. Hier ist er mit seiner Frau Jill Biden zu sehen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 10 von 16. Bidens Worte scheinen anzukommen. Nicht zuletzt wegen der vielen Stimmen aus der afroamerikanischen Bevölkerung wurde er gewählt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 11 von 16. In seiner Rede betont er die Einheit aller Amerikaner und schürte Hoffnung: «Wir haben die Chance, die Verzweiflung zu besiegen, eine Nation des Wohlstands und Ziele aufzubauen. Wir können das schaffen», sagt Biden. Bildquelle: Keystone.
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Bild 12 von 16. Seine designierte Vizepräsidentin Kamala Harris wendet sich ebenfalls an die Bevölkerung. «Ihr habt einen neuen Tag für Amerika eingeläutet», sagt sie. Bildquelle: Keystone.
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Bild 13 von 16. Amerika scheint derweil so gespalten wie nie zuvor: Während die Demokraten Bidens Sieg feiern, fordern Tausende Trumpanhänger an Demonstrationen Neuauszählungen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 14 von 16. Auch die Republikaner gehen zu Tausenden auf die Strasse. Sie protestieren gegen die Wahl Bidens. Bildquelle: Keystone.
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Bild 15 von 16. Seine Anhänger wiederholen die Vorwürfe der Wahlfälschung, die Trump seit Tagen immer wieder ohne Beleg auf Twitter bekräftigt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 16 von 16. Normalerweise wendet sich der Verlierer nach der Wahl ebenfalls in einer Rede an die Nation und gesteht seine Niederlage ein. Trump will die Entscheidung aber bis vor den Supreme Court weiterziehen. Bildquelle: Keystone.