- Als Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zölle auf Einfuhren aus China hat die Volksrepublik unter anderem mit Gegenzöllen und Massnahmen gegen amerikanische Unternehmen reagiert.
- Die Zölle sollen am 10. Februar in Kraft treten.
Kurz zuvor war am Dienstag die Frist für eine Abwendung neuer US-Zölle gegen China abgelaufen. Das Weisse Haus hatte am Samstag mitgeteilt, dass die Zölle in Höhe von zusätzlich zehn Prozent auf chinesische Einfuhren am 4. Februar um kurz nach Mitternacht Washingtoner Zeit (etwa 6 Uhr Schweizer Zeit) wirksam werden würden.
Im Gegensatz zu Mexiko und Kanada, die mit US-Präsident Donald Trump kurz vor Inkrafttreten von Zöllen eine Vereinbarung trafen, um die Einführung vorerst für 30 Tage auszusetzen, gab es zunächst keine derartige Einigung mit China.
Trump kündigt Gespräche mit Peking an
Trump erklärte jedoch am Montag, dass man mit der chinesischen Seite «wahrscheinlich in den nächsten 24 Stunden» sprechen werde. Die Zoll-Pläne gegen China, Mexiko und Kanada hatte er im Vorfeld damit begründet, dass diese Länder nicht genug gegen die Herstellung und den Export von illegalem Fentanyl und dessen Vorläuferchemikalien unternehmen würden.
Das chinesische Handelsministerium hatte am Wochenende in einer ersten Reaktion auf die angekündigten US-Zölle «Gegenmassnahmen» und eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) angekündigt.
Zusätzlich kündigte China umfassende Exportbeschränkungen für fünf Metalle an, die in der Verteidigungsindustrie, der sauberen Energie und anderen Industrien verwendet werden. Die Kontrollen, die sofort in Kraft treten, umfassen die Metalle Wolfram, Tellur, Wismut, Indium und Molybdän sowie ihre verwandten Produkte. Das Handelsministerium erklärt, die Kontrollen dienten der «Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen». China dominiert die Produktion beziehungsweise Raffination dieser Metalle, deren Anwendungsgebiete von Solarmodulen über die Atomforschung bis hin zu panzerbrechenden Granaten reichen.
Chinesische Wirtschaft unter Druck
Die beiden grössten Volkswirtschaften drohen, auf einen neuen Handelskrieg wie 2018 zuzusteuern, als Trump in seiner ersten Amtszeit ebenfalls mit der Verhängung von Zöllen einen Konflikt auslöste. Damals setzte sich ein Prozess in Gang, bei dem sich China und die USA über gut zwei Jahre hinweg mit immer weiteren Zöllen überzogen.
Die höheren US-Zölle belasten Chinas Exportwirtschaft, da sie chinesische Waren auf dem US-Markt teurer und damit weniger wettbewerbsfähig machen.