Der US-amerikanische Sänger und Songwriter Bob Dylan bekommt den Literaturnobelpreis. Erstmals wird damit ein Popmusiker mit dem Preis geehrt.
Dylan wird für seine poetischen Neuschöpfungen in der grossen amerikanischen Song-Tradition geehrt, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekanntgab.
Wegweisende Texte
Der 75-Jährige, der als Robert Allen Zimmerman in Minnesota geboren wurde, begann seine Karriere in den 50er-Jahren. Seine Texte gelten für die Folk- und Rockmusik als wegweisend. Zu seinen bekanntesten Liedern gehören «The Times They Are A-Changin'», «Masters Of War», «Like A Rolling Stone» oder «Blowin' In The Wind».
«Er ist wahrscheinlich der grösste lebende Poet», sagte Akademie-Mitglied Per Wästberg. Akademie-Vertreterin Sara Danius erklärte, die Entscheidung für Dylan sei in «grosser Einigkeit» getroffen worden.
In diesem Jahr waren rund 220 Autoren für den Preis nominiert. Den Preisträger wählt die Schwedische Akademie, die aus Schriftstellern, Literatur- und Sprachwissenschaftlern und Historikern besteht, aus fünf Kandidaten auf einer Shortlist aus. Letzte deutschsprachige Preisträgerin war die Schriftstellerin Herta Müller 2009.
Letztjähriger Preis ging nach Weissrussland
Im vergangenen Jahr hatte die Jury die weissrussische Schriftstellerin und Journalistin Swetlana Alexijewitsch «für ihr vielstimmiges Werk, das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt», ausgezeichnet.
Die mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 900'000 Franken) dotierte Auszeichnung wird am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) - gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen in Stockholm verliehen.
Nur der Friedensnobelpreis wird in Oslo überreicht. Damit hatte das norwegische Nobelkomitee in diesem Jahr Kolumbiens Präsidenten Juan Manuel Santos für seine Bemühungen um ein Ende des Bürgerkriegs in dem Land geehrt. Jurys in Stockholm hatten in der vergangenen Woche ausserdem Preisträger in Medizin, Physik und Chemie gekürt. Die Preise gehen auf Nobels Testament zurück und werden seit 1901 vergeben.
Das sind die Preisträger 2016
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Bild 1 von 6. Der Nobelpreis für Medizin geht an den 71-jährigen Japaner Yoshinori Ohsumi. Er erforscht die Autophagie. Dabei handelt es sich um einen Mechanismus, wie die Zelle «Abfall» abbaut und recycelt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 6. Der Nobelpreisträger für Physik sind die gebürtigen Briten Michael Kosterlitz, Duncan Haldane und David Thouless. Das Komitee würdigte, dass sie eine Tür zu einer unbekannten Welt geöffnet haben, in der Materie seltsame Zustände annehmen kann. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 6. Sie haben kleine Maschinen aus Molekülen gebaut. Dafür bekommen Jean-Pierre Sauvage, Bernard Feringa und James Fraser Stoddart den Chemie-Nobelpreis. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 6. Der Friedensnobelpreis geht nach Kolumbien: Präsident Juan Manuel Santos wird für seine Bemühungen im Friedensprozess mit den Farc-Rebellen ausgezeichnet. Das Preisgeld von knapp 900'000 Franken will er den Opfern des Konflikts spenden. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 6. Bengt Holmström und Oliver Hart teilen sich den Nobelpreis für Wirtschaft. Sie werden für ihre Beiträge in der Vertragstheorie ausgezeichnet. Die Arbeiten helfen unter anderem Firmen, die Gehälter von Topmanagern festzulegen, oder zu entscheiden, wann eine Privatisierung von staatlichem Eigentum sinnvoll ist. Bildquelle: Reuters.
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Bild 6 von 6. Der amerikanische Sänger Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis. Der 75-Jährige, der als Robert Allen Zimmerman geboren wurde, begann seine Karriere in den 50er Jahren. Seine Texte gelten für die Folk- und Rockmusik als wegweisend. Bildquelle: Keystone.