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Klinische Studie an Patienten Krebsimpfstoff von Biontech soll Krebskranke schon bald heilen

  • Der Mainzer Pharmakonzern Biontech hat einen wichtigen Schritt unternommen, um seine Krebsimpfungen auf mRNA-Basis auf den Markt bringen zu können.
  • Die in Grossbritannien vereinbarten klinischen Studien an tausenden Patienten sollen noch in diesem Jahr beginnen, berichtet der «Spiegel».
  • Dafür würden derzeit die Impfstoffkandidaten, Krebsarten und Standorte ausgewählt.
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Impfen gegen Krebs
aus Wissenschaftsmagazin vom 21.05.2022. Bild: IMAGO / Image Source
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Mit einer Impfung krebskranke Menschen heilen: Wenn es nach Biontech geht, soll dies schon vor 2030 möglich sein. Mit den britischen Partnern wolle Biontech erreichen, dass das Verfahren schon bald Behandlungsalltag werde.

So funktioniert es

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Bei bereits erkrankten Menschen wird durch den Impfstoff das Immunsystem aktiviert und so den Krebs bekämpft. Das Immunsystem von Krebskranken wird so trainiert, dass es den Krebs erkennt. Letztendlich ist es dann das eigene Immunsystem, das die Krebszellen angreift.

«Wir glauben, dass dies in grösserem Umfang für Patienten vor 2030 möglich sein wird», sagte Konzernchef Ugur Sahin dem Nachrichtenmagazin.

Die Technik sei weit vorangeschritten. «So haben wir 2014 drei bis sechs Monate gebraucht, um einen individualisierten Krebsimpfstoff herzustellen, aktuell sind wir bei vier bis sechs Wochen», erläuterte der Firmengründer. «Unser Ziel ist es, deutlich unter vier Wochen zu kommen.»

Krebsimpfstoff aktiviert Immunsystem

Ebenso gebe es vielversprechende Hinweise auf Wirksamkeit, sagte Sahins Frau Özlem Türeci, Mitgründerin und Medizin-Vorstand von Biontech. Das Unternehmen erforsche derzeit mehrere mRNA-Krebsimpfstoffe.

«Für einige dieser Kandidaten sehen wir Hinweise auf klinische Aktivität.» Dies bedeute, dass das Immunsystem aktiviert werde, «sodass bei einem Teil der Patienten der Krebs sichtbar kleiner wird oder verschwindet und Rückfälle seltener auftreten».

Novartis eröffnet in Schweizerhalle Fabrik für RNA-Therapeutika

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Der Pharmakonzern Novartis hat eine neue Produktionsstätte am Standort Schweizerhalle eröffnet. Rund 70 Millionen Franken wurden dafür investiert. Die Anlage umfasst laut Mitteilung vom Montag zwei Produktlinien für RNA-Therapeutika.

Künftig wird in der Fabrik unter anderem der Wirkstoff Leqvio hergestellt, ein neuartiger Cholesterinsenker auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut Novartis erhält der Standort Schweizerhalle damit eine der weltweit modernsten chemischen Produktionsanlagen für diese komplexe Medikamentenklasse.

RNA, kurz für Ribonukleinsäure-Moleküle, sind zwischen niedermolekularen Verbindungen und biologischen Wirkstoffen angesiedelt. Neuartig ist, dass sie an die krankheitsrelevanten Proteine andocken. Damit blockieren synthetische RNA-Arzneimittel die Bildung des schädlichen Proteins selbst.

Tagesschau, 15.02.2023, 19:30 Uhr ; 

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