Freiwillige Helferinnen und Helfer aus der Schweiz versorgen 87'000 Soldaten aus dem Deutsch-Französischen Krieg. An diesen Moment aus dem Jahr 1871 erinnert das Rundbild im Luzerner Museum Bourbaki Panorama.
Über den gemalten Soldaten schweben zurzeit Kletterer aus dem Hier und Jetzt. Sie restaurieren in aufwändiger Arbeit das Dach über dem Bild.
Aufwändige Restauration
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Bild 1 von 2. An anderen Tagen reinigen sie Gebäude oder machen Montagen. Jetzt stehen die Industriekletterer im Museum im Einsatz. Bildquelle: AURA/Emanuel Ammon.
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Bild 2 von 2. Möglichst leicht, lichtschützend und feuerfest: Das neue Dach muss einiges aushalten können. Bildquelle: Keystone/Urs Flüeler.
Solche 360-Grad-Bilder waren das visuelle Massenmedium des 19. Jahrhunderts. Heute sind sie selten: Weltweit existieren nur noch etwa 30 solcher Panoramen.
Damit die Gemälde echt und gross erscheinen, braucht es eine ausgeklügelte Dachkonstruktion, einen «optischen Apparat». Dieser Himmel aus 200 Kilogramm Stoff wird in Luzern nun ersetzt. Dazu bleibt das Museum für sechs Wochen geschlossen.
Der Himmel über dem Rundbild
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Bild 1 von 2. Eine ungewohnte Ansicht: Der Blick auf die unverhüllte Museumsdecke. Bildquelle: zvg/Gabriel Ammon.
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Bild 2 von 2. 3D-Technik aus dem 19. Jahrhundert: Die ausgeklügelte Konstruktion des optischen Apparats. Bildquelle: zvg/Bourbaki Panorama.
Ein Baugerüst aufstellen, das ist im Museum nicht möglich. Vor dem Bild steht nämlich ein «Faux Terrain», eine Art Bühnenbild, welches das Geschehen auf dem Gemälde weiterführt. Dieses kann nicht so einfach abgebaut werden.
«Ausserdem besteht die Gefahr, dass von einem Gerüst Teile auf das Bild fallen», erklärt Museumsleiterin Irène Cramm.
Die Renovation des Bourbaki Panoramas kostet 800'000 Franken. Auch wenn die Technik aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, lohne sich die Investition, ist Cramm überzeugt: «Insbesondere weil es heute Virtual Reality Brillen gibt, ist diese Urform von Virtual Reality wieder populär.»