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Nachfolge Mitte-Präsidium Wer wagt es, gegen Bregy anzutreten?

Mitte-Fraktionschef Philipp Matthias Bregy will als Parteipräsident kandidieren. Das bringt andere zum Zögern.

Die Mitte-Partei sucht eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Parteipräsident Gerhard Pfister. Der derzeitige Fraktionspräsident Philipp Matthias Bregy hat inzwischen gegenüber dem «Blick» seine Kandidatur angekündigt. Er gilt als klarer Favorit für das Amt. Weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten scheint das abzuschrecken.

So lässt etwa die Züricher Mitte-Nationalrätin Yvonne Bürgin noch offen, ob sie für das Parteipräsidium kandidieren will. Wenn, dann könne sie sich ein Co-Präsidium vorstellen, sagt sie auf Anfrage.

Nicht nur Bürgin zögert

Bürgin betont weiter, dass für sie auch das Fraktionspräsidium infrage käme: «Dieses Amt habe ich im Kanton Zürich schon besetzt. Da weiss ich, was auf mich zukommen würde.» Das Fraktionspräsidium wird frei, wenn Philipp Matthias Bregy Mitte-Präsident wird.

Frau im roten Blazer.
Legende: Die Züricher Mitte-Nationalrätin Yvonne Bürgin weiss noch nicht, ob sie als Parteipräsidentin kandidieren will. Keystone/ URS FLUEELER

Auch der Berner Mitte-Nationalrat Reto Nause äussert sich vorsichtiger als auch schon. Er hatte nach der Rücktrittsankündigung von Gerhard Pfister Anfang Jahr früh klargemacht, dass er grundsätzlich an dem Amt als Parteipräsident interessiert sei.

Mann im blauen Anzug.
Legende: Reto Nause will vor seinem Entscheid noch einige Gespräche führen. Keystone/ ALESSANDRO DELLA VALLE

Auf Anfrage lobt er Bregy für seine Arbeit als Fraktionspräsident: «Wer die Fraktion hervorragend führt, wird auch die Partei sehr gut führen können. So gesehen ist es etwas schwierig, quasi den eigenen Fraktionschef zu attackieren.» Bevor er sich entscheide, ob er kandidieren wird, wolle er daher noch verschiedene Gespräche führen – auch mit Bregy selber.

Progressiv genug für die Mitte?

Die Ankündigung von Bregy, als Mitte-Präsident kandidieren zu wollen, scheint viele andere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten abzuschrecken. Er ist klarer Favorit, hat aber auch ein Manko: Bregy ist im konservativen Flügel der Partei angesiedelt. Die Mitte-Partei hingegen hat sich in den letzten Jahren in eine progressivere Richtung entwickelt.

Es bräuchte vielleicht eher jemanden an der Parteispitze, der dieses (progressive) Profil besser vertritt.
Autor: Michael Hermann Politexperte

Laut Politikwissenschaftler Michael Hermann gäbe es genau dort für die Mitte auch Wachstumspotential: bei Wählerinnen und Wählern, die auch die GLP anzusprechen versucht. «Da bräuchte es vielleicht eher jemanden an der Parteispitze, der dieses Profil besser vertritt», so Hermann.

Gerhard Pfister trat das Parteipräsidium zwar auch als konservativer Politiker an, vermochte der Partei aber ein progressives Image zu verleihen. Die Frage ist, ob ein solcher Rollenwechsel Philipp Matthias Bregy ebenfalls gelingen würde.

Zuerst muss er dafür von der Basis gewählt werden. Bis zum 28. April können noch Kandidaturen angemeldet werden. Gewählt wird das neue Mitte-Präsidium an der Delegiertenversammlung Ende Juni.

Info 3, 2.4.2025, 17:00 Uhr

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