Zwei neue Systeme überwachen und regeln seit Jahresbeginn das Energienetz der SBB. Monsterpannen – wie das Blackout von 2005 – sollen so verhindert werden. Zugleich hat sich die Bahn damit für den zunehmenden Schienenverkehr fit gemacht.
37 Millionen Franken Investitionen
Die Investitionen für das Energie-Management-System (EMS) und das Fahrstromleitsystem (FSL) betragen 37 Millionen Franken. Das teilt die SBB bei der Präsentation der Systeme mit.
Das EMS steuert, regelt und überwacht die Stromproduktion und -übertragung «vom Wasserkraftwerk bis zum Zug für die ganze Schweiz». Gesteuert wird es von der neuen Zentralen Leitstelle in Zollikofen (BE).
Das FSL steuert und überwacht von den vier SBB Betriebszentralen aus das Fahrleitungsnetz entlang der Bahnstrecken. Die bisherigen Systeme hatten gemäss Mitteilung ihr technisches und wirtschaftliches Lebensende erreicht.
Die neuen Systeme, «das Nervensystem unseres Energienetzes», seien bei laufendem Betrieb schrittweise eingeführt worden, erklärte Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur. «700 bis 800 Züge fahren gleichzeitig auf unserem Netz. Man muss sicherstellen, dass jeder Zug zu jeder Zeit genügend Strom zur Verfügung hat.»
Krisensituationen üben
Als Lehre aus dem Blackout 2005 ist dieses System vereinheitlicht worden und es gibt neu eine Schulungsversion. So können die Verantwortlichen an den Schaltstellen und Bildschirmen – sogenannten Dispatcher – Krisensituationen üben.
Treten Probleme mit der Stromversorgung oder mit der Last im Stromnetz auf, so werden die Dispatcher nicht mehr von eingehenden Alarmen überfordert. Der Projektleiter Urs Ackermann erklärt, was neu ist: «Alarme kommen priorisiert rein, so werden die wichtigen von den unwichtigen sortiert. Das hilft bei der Störungssuche.»
Trotz all der Neuerungen: Die totale Sicherheit gebe es nicht, sagt der Infrastrukturchef Philippe Gauderon. «Aber wir haben das Menschenmögliche getan, um Störungen zu verhindern.»
Die SBB in Zahlen und Fakten
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Bild 1 von 12. Die SBB transportiert jedes Jahr 354 Millionen Fahrgäste. Das Ziel der Bahn: Die Passagiere sollen unterwegs zu Hause sein. Die Schweiz ist beim Zugfahren Weltmeister: 977'000 Menschen nutzen die Bahn täglich. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 12. Die SBB betreibt ein Strecknetz von 3138 Kilometern. Es ist das dichteste Bahnnetz in Europa. Bildquelle: SBB.
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Bild 3 von 12. Das Streckennetz der SBB läuft zu 100 Prozent mit Strom. Der Vergleich mit den Nachbarländern: In Frankreich (im Bild) sind 52 Prozent der Bahnstrecken mit Strom versorgt, in Deutschland 59 Prozent, in Italien 71 Prozent und in Österreich 68 Prozent. Bildquelle: Keystone.
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Bild 4 von 12. Der SBB gehörten Ende 2012 unter anderem 2785 Reisezug-Wagen, 7869 Güter-Wagen und 705 Strecken-Lokomotiv-Wagen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 12. Alle Kantonshauptstädte sind direkt mit der SBB oder mit einem Tochterunternehmen verbunden. Mit zwei Ausnahmen: Herisau (AR) und Appenzell (AI). Im Bild: die Schweizerischen Südostbahn nahe Herisau. Bildquelle: Keystone.
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Bild 6 von 12. Die SBB ist die viertgrösste Arbeitgeberin in der Schweiz. 29'240 Personen arbeiten bei der Bahn. Täglich lenken sie 8000 Personen- und 2000 Güterzüge auf dem Netz der SBB und informieren 967'000 Reisende. Bildquelle: Keystone.
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Bild 7 von 12. In der ganzen Schweiz halten an 808 Bahnhöfen oder Stationen für den Reiseverkehr die Züge im Stunden- oder Halbstundentakt. Der Hauptbahnhof Zürich ist der grösste Bahnhof der Schweiz. Mit seinen knapp 3000 Zugfahrten pro Tag gilt er als einer der meistfrequentierten Bahnhöfe der Welt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 8 von 12. Die SBB will 89 von 100 Passagieren pünktlich transportieren – mit einer maximalen Verspätung von drei Minuten. Die Bahn kann ihr Ziel derzeit nicht erreichen. Ende 2013 erreichten 87,5 Prozent der Passagiere pünktlich ihr Ziel. Am pünktlichsten ist die SBB in der Romandie. Am schlechtesten schneidet sie im Tessin ab. Bildquelle: Keystone.
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Bild 9 von 12. Zwei Drittel des gesamten Transitgüterverkehrs transportiert die Bahn durch die Schweizer Alpen. SBB Cargo transportiert täglich 175'000 Tonnen Güter auf der Schiene. Bildquelle: Keystone.
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Bild 10 von 12. Die SBB muss das Streckennetz laufend warten. In Zahlen: An über 3000 Kilometern Gleisanlagen und über 520 Bahnhöfen wird ständig gewartet, aus- und umgebaut. Im Bild: Die Baustelle der Durchmesserlinie im Weinbergtunnel unter dem Hauptbahnhof Zürich. Der neue Bahnhof Löwenstrasse und der Weinbergtunnel soll dieses Jahr öffnen. Bildquelle: Keystone.
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Bild 11 von 12. Kollisionen, Entgleisungen und verschiedene Pannen sorgten letztes Jahr für Ärger. Ein externes Gutachten attestierte der SBB im November 2013 eine gute Sicherheitskultur – mit einigen Verbesserungsvorschlägen. Trotz gegenteiligem Eindruck gab es 2012 weniger SBB-Unfälle. Im Bild: Arbeiten nach einer Kollision in Granges-près-Marnand (VD). Bildquelle: Keystone.
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Bild 12 von 12. Mit dem Gotthard- und Ceneri-Basistunnel wird die Neat Realität. Der Gotthard-Basistunnel (GBT) ist mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt. Er ist das Herzstück der neuen Nord-Süd-Achse. 2016 soll er eröffnet werden. Für die Schweiz ein Jahrhundertbauwerk. Bildquelle: SBB.