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Übertragene Krankheiten Zeckenwarnungen für Touristen gefordert

Zecken sind heute auch auf über 2000 Meter über Meer zu finden. Deshalb werden Warnungen gefordert. Tourismusorganisationen winken aber ab.

Zecken breiten sich in der Schweiz immer weiter aus. Mittlerweile gilt die ganze Schweiz – mit Ausnahme des Tessins – als FSME-Risikogebiet. FSME ist eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird und unter anderem Hirnhautentzündungen verursachen kann.

Nahaufnahme einer Zecke auf einer metallischen Pinzette.
Legende: Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. Keystone/MICHAEL BUHOLZER

Auch höhergelegene Gebiete – also auch gewisse Tourismusregionen – sind nun betroffen. Deshalb wünscht sich die Liga für Zeckenkranke Schweiz Warnungen für Leute, die sich überlegen, in die Alpen zu reisen. Die Liga hat sich auf die Fahne geschrieben, Zeckenkrankheiten bekannter zu machen.

Auch über 2000 Meter gibt es Zecken

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«In der Höhe gibt es keine Zecken.» Diese Annahme stimmte lange, jetzt aber nicht mehr.

Gut beobachten liess sich diese Entwicklung in den letzten Jahren im Kanton Graubünden. Zecken finden sich heute auch im Engadin oder in den Alpen in Schams.

Hauptgrund für die Ausbreitung dürfte der Klimawandel sein. Denn die Zeckeneier brauchen eine genug hohe Durchschnittstemperatur, damit ihre Larven schlüpfen.

Zum Beispiel für Reisende aus Nordamerika, denn dort gibt es die Zeckenkrankheit FSME nicht. Der Vizepräsident der Liga, Werner Tischhauser, sagt: «Ich würde es als Service anschauen, wenn man darauf hingewiesen würde, dass es vielleicht besser wäre, sich mit einer FSME-Impfung zu schützen.»

Und zwar bevor jemand in die Schweiz reise, gestochen werde und dann Angst bekomme, ob es eine FSME-Zecke gewesen sein könnte.

Informationen vor der Reise

In der Pflicht sieht Werner Tischhauser auch die Tourismusorganisationen. Es sei zwar ein unangenehmes Thema, trotzdem würde es in seinen Augen Sinn machen, Touristinnen und Touristen auf eine FSME-Impfung hinzuweisen: «Das ist im Prinzip ein normaler Vorgang, wenn man irgendwohin reist. Wenn wir in ein tropisches Gebiet gehen, dann überlegen wir uns die Malariaprävention auch.»

Tourismus winkt ab

Bei Schweiz Tourismus will man davon nichts wissen. Man habe die Aufgabe, die Schweiz als Tourismusland zu bewerben. Warnungen rund um Reisemedizin gehörten nicht dazu.

Es gibt bereits entsprechende Seiten von Reisemedizinexperten.
Autor: Luzi Bürkli Mediensprecher Graubünden Ferien

Ähnlich klingt es bei Graubünden Ferien: Für Gesundheitshinweise gebe es andere Institutionen, sagt Mediensprecher Luzi Bürkli. «Natürlich macht es Sinn, dass man sich über Reisemedizin informiert, wenn man Fernreisen macht. Doch gibt es bereits entsprechende Seiten von Reisemedizinexperten wie ‹HealthyTravel›.» Auch beim Bund könne man sich informieren. «Aus unserer Sicht sind vor allem solche Stellen zuständig.»

Der Bund informiert online

Informationen zu Zecken gibt es vom Bund. Auf einer Seite werden in englischer Sprache verschiedene Fragen über die Schweiz beantwortet. Dort steht auch, dass die Zeckenimpfung allen empfohlen wird.

Dabei dürfte es im Moment bleiben. Direkte Empfehlungen aus der Tourismusbranche sind nicht angedacht.

Regionaljournal Graubünden, 31.3.2025, 12:03 Uhr ; 

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