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Umfrage Mobilität 30 statt 50 – Städterinnen und Städter wünschen Temporeduktion

  • Eine Umfrage des Städteverbands zeigt: Ein Drittel bis die Hälfte der Befragten wünscht eine Temporeduktion auf Hauptstrassen.
  • 80 Prozent der Befragten, die an Strassen mit Tempo 30 oder 20 wohnen, empfinden die Geschwindigkeit als gerade richtig.
  • «Die Städte fühlen sich in der aktuellen Verkehrspolitik bestätigt», sagt die Basler Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP).

Die Einführung von Tempo 30 führt landauf, landab immer wieder zu hitzigen Diskussionen. Sei es in der Politik, in der Familie oder im Freundeskreis. Dies zeigte sich kürzlich auch bei einer Debatte im Zürcher Kantonsrat. Das Parlament sprach sich gegen Temporeduktionen auf Hauptstrassen aus.

Städte wollen Tempo selbst bestimmen

Ganz knapp unterstützte der Kantonsrat eine Initiative, die verlangt, dass auf Hauptverkehrsachsen Tempo 30 nur in Ausnahmefällen möglich ist. Auch die Zürcher Kantonsregierung hatte sich für die Initiative ausgesprochen.

In den Städten Zürich und Winterthur kam dieser Entscheid indes nicht gut an. Grund: Die Städte wollen die Tempolimits auf den Strassen selbst bestimmen – auch auf Hauptstrassen.

Verkehrsschild mit Geschwindigkeitsbegrenzung 30 auf einer Strasse.
Legende: Tempo 30 auf Hauptstrassen – ein heiss diskutiertes Thema. Keystone/Jean-Christophe Bott

Nun zeigt eine Umfrage des Städteverbands, dass sich ein nicht unerheblicher Teil der Einwohnerinnen und Einwohner in Städten auch auf Hauptstrassen Tempo 30 wünscht.

Von den Städterinnen und Städtern, die an Tempo-50-Strassen wohnen, will ein Drittel bis die Hälfte der Befragten eine Temporeduktion. Dies teilt die Städtekonferenz Mobilität, eine Sektion des Schweizerischen Städteverbands, mit. Befragt wurden über 15'000 Einwohnerinnen und Einwohner in zehn Schweizer Städten der Deutschschweiz und der Romandie.

Die Umfrageresultate kommen bei der Basler Bau- und Verkehrsdirektorin Esther Keller (GLP) gut an: «Wir sehen uns in der aktuellen Verkehrspolitik bestätigt. Und wir fordern, dass auf nationaler Ebene all die Versuche, die Städte in ihrer Autonomie zu begrenzen, gestoppt werden», sagt Keller, die auch Präsidentin der Städtekonferenz Mobilität ist.

Das entspricht dem Wunsch der Bevölkerung.
Autor: Esther Keller Bau- und Verkehrsdirektorin BS (GLP)

Die Städte müssten die Freiheit haben, an den Orten, an denen sie es sinnvoll finden, wirklich Tempo 30 einzurichten. «Das entspricht dem Wunsch der Bevölkerung.» Die Städte wollen sich laut Keller deshalb auf nationaler Ebene verstärkt dafür einsetzen, dass sie in ihrem Handlungsspielraum nicht eingeschränkt werden.

Die Umfrage zeigt aber auch, dass die Resultate von Stadt zu Stadt variieren. So finden in den Städten Basel und Bern 45 Prozent der Befragten, Tempo 50 sei an ihrer Strasse zu hoch, in Zürich sind es 42 Prozent. In Zug, Nyon oder Sion sind es dagegen nur 32 Prozent.

Unzufriedenheit wegen Staus und überlasteter Strassen

Generell sind zwei Drittel der befragten Städterinnen und Städter zufrieden mit der Verkehrssituation in ihrer Gemeinde. Hauptgründe sind das gute Netz und die hohe Qualität des öffentlichen Verkehrs.

Am häufigsten für Kritik sorgen hingegen überlastete Strassen und Staus. Während der Stosszeiten sind die Befragten in den meisten Städten denn auch mehrheitlich unzufrieden mit der Verkehrssituation.

Regionaljournal Basel Baselland, 3.4.25 12:03 Uhr ; 

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