In der kommenden Legislaturperiode dürfte die Tessiner Ständeratsvertretung aller Voraussicht nach rein männlich, inhaltlich deckungsgleicher und klar rechtsbürgerlich werden. In der Vergangenheit haben sich die beiden Ständeräte von den Polparteien in ihren Entscheiden gegenseitig aufgehoben. Die ehemalige Ständerätin Marina Carobbio von der SP und SVP-Ständerat und -Parteipräsident Marco Chiesa hatten kaum Überschneidungen.
Risikofreudiger Marco Chiesa
SVP-Parteipräsident Marco Chiesa setzt alles auf eine Karte: Wiederwahl in den Ständerat. Anders als seine Mitbewerber kandidiert er nicht auch noch für den Nationalrat. Als Bisheriger hat er gute Chancen, bestätigt zu werden.
Anders als in der Deutschschweiz, wo Chiesas Leistung regelmässig hinterfragt wird, ist er im Tessin, wo seine Wählerschaft ist, sehr beliebt. Er hat keine Fehltritte gemacht, gilt als umgänglich. Auch die Themenlage spricht für seine Wiederwahl: Das Verhältnis zu Europa ist im Tessin wegen der zahlreichen «Frontalieri» aus Italien ein Dauerbrenner und der Südkanton spürt die Präsenz der Flüchtlinge, die an der Südgrenze ankommen.
Zudem ist die Tessiner SVP die Gewinnerin der Kantonswahlen des Frühjahrs. Sie vereinte in Partnerschaft mit der Lega dei Ticinesi ungefähr 25 Prozent der Wählerstimmen. Die Lega steht, zumindest auf dem Papier, geschlossen hinter Chiesa und schickt keinen eigenen Kandidaten ins Rennen.
FDP und Mitte wollen Schmach wettmachen
Die FDP und die Mitte brennen darauf, ihre Schmach von 2019 wettzumachen. Damals verlor die FDP nach 126 Jahren Präsenz ihre Vertretung im Stöckli. Jetzt tritt sie mit dem amtierenden Nationalrat Alex Farinelli an. Seine Chancen stehen gut, da er als umgänglicher Konsenspolitiker gilt und auch von der Wählerschaft links der Mitte Stimmen erhalten könnte.
Smartspider der Ständeratskandidierenden
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Bild 1 von 8. Marco Chiesa (SVP), bisher. Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 2 von 8. Fabio Regazzi (Mitte). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 3 von 8. Alex Farinelli (FDP). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 4 von 8. Greta Gysin (Grüne). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 5 von 8. Evelyne Battaglia-Richi (GLP). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 6 von 8. Massimiliano Ay (Partito Comunista). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 7 von 8. Simone Conti (Costituzione Radicale). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
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Bild 8 von 8. Jacques Ducry (Costituzione Radicale). Lesehilfe: Die Smartspider-Grafik ist ein politisches Profil anhand der Zustimmung zu acht Zielen. Ein Wert von 100 steht für eine starke Zustimmung, ein Wert von 0 für eine starke Ablehnung. Die Kandidierenden entscheiden selbst, ob sie die Fragen der Wahlhilfe Smartvote beantworten. Deshalb kann keine Vollständigkeit garantiert werden. Bildquelle: Smartvote.
Aber auch die Mitte, deren Kandidat Filippo Lombardi 2019 wegen 45 Stimmen von der Sozialdemokratin Marina Carobbio aus der kleinen Kammer verdrängt wurde, will zurück in den Ständerat. Sie tritt mit Fabio Regazzi an. Der Gewerbeverbandspräsident und Unternehmer ist seit 2011 im Nationalrat.
Interessant wird, wie viel Stimmen die beiden bürgerlichen Spitzenkandidaten Nationalrat Alex Farinelli (FDP) und Nationalrat Fabio Regazzi (Mitte) dem bisherigen Marco Chiesa abspenstig machen können. Ein zweiter Wahlgang ist so gut wie sicher.
Links-Grün mit schwerem Stand
Nach dem Wechsel der SP-Ständerätin Marina Carobbio in die Tessiner Regierung wird es für Links-Grün schwierig, den Ständeratssitz zu halten.
Zwar treten SP und Grüne gemeinsam an. Der Kandidat der Sozialdemokraten, der bisherige Nationalrat Bruno Storni, sowie die Grünen-Nationalrätin Greta Gysin haben jedoch einen schweren Stand. Links-Grün kam bei den Kantonswahlen auf nur gerade rund 20 Prozent der Wählerstimmen. Der Südkanton ist fest in rechtsbürgerlicher Hand.