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Kultspiel wird Kinofilm Minecraft: Dieses Klötzchen begeistert Generationen

Das beliebte Spiel ist längst Popkultur. Nun kommt Minecraft in die Kinos – mit Jack Black in einer Nebenrolle. Warum begeistert Minecraft Millionen?

In «A Minecraft Movie» wird Garrett Garrison (Jason Momoa) durch ein mysteriöses Portal in die Klötzchen-Welt von Minecraft gesogen. So ist es schon Millionen vor ihm ergangen – nicht durch ein Portal allerdings, sondern durch den Bildschirm ihres Computers, Tablets oder Smartphones.

Das Spiel ohne Grenzen

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Eine Spielszene aus «Minecraft»
Legende: Minecraft: einfache Grafik, schwerer Suchtfaktor. Minecraft

Minecraft ist ein Open-World-Spiel, in dem Spielerinnen und Spieler eine riesige, aus Blöcken bestehende Welt erkunden und gestalten können. Dabei geniessen sie fast grenzenlose spielerische Freiheit.

Das vom schwedischen Studio Mojang entwickelte Spiel fand schon in seiner Early-Access-Version von 2009 begeisterte Fans und ist später auf diversen Plattformen und Konsolen erschienen. 2014 wurden Minecraft und Mojang von Microsoft übernommen.

Mojang-Gründer und Minecraft-Erfinder Markus «Notch» Persson gilt mittlerweile vielen als umstrittene Figur. Ihm werden unter anderem rassistische und frauenfeindliche Äusserungen sowie die Nähe zu Verschwörungstheorien nachgesagt.

Das Spielprinzip ist einfach: Die Welt von Minecraft besteht komplett aus würfelförmigen Blöcken, die unterschiedliche Materialien wie Erde, Stein, Holz oder Wasser darstellen. Diese Blöcke kann man abbauen («mine») und neu platzieren («craft»).

So lassen sich Werkzeuge, Gebäude oder ganze Landschaften bauen – oder auch ein funktionierender Computer, auf dem sich Minecraft spielen lässt. Dass das Game bereits für kleine Kinder leicht zu begreifen ist und trotzdem auch für Erwachsene komplex genug bleibt, ist ein wichtiger Grund für den langanhaltenden Minecraft-Erfolg.

Marketplace und Millionenumsätze

Mit über 300 Millionen verkauften Einheiten ist Minecraft nicht nur das meistverkaufte Game aller Zeiten, sondern mit über 200 Millionen aktiven Nutzerinnen und Nutzern auch eines der meistgespielten. Ein globales Phänomen, um das herum ein eigenes kreatives Ökosystem entstanden ist.

Zwei Personen spielen Videospiel auf grossem Bildschirm.
Legende: Eingetaucht in grasgrünes Neonlicht: Minecraft begeistert die Massen – ob jung oder alt. Besucher bei der «EXG Gaming Conference» 2014 spielen das Kultgame. Getty Images/Chris Ratcliffe/Bloomberg

Seit 2017 werden auf dem Minecraft Marketplace selbstgemachte, zusätzliche Inhalte gehandelt – Skins, Texturen und Abenteuerkarten, die das Spiel erweitern. Bis April 2021 wurden über eine Milliarde solcher Inhalte verkauft und ein Umsatz von mehr als 350 Millionen US-Dollar erzielt.

Das Tor zur digitalen Welt

Aktuelle Zahlen fehlen, aber weil die Zahl der Spielerinnen und Spieler seit 2021 stark gestiegen ist, dürften auch die Umsätze zugelegt haben. Ein gutes Geschäft für Microsoft, das Minecraft besitzt und sich die Einkünfte aus dem Marketplace mit den Verkäuferinnen und Verkäufern teilt.

Microsoft hat sich den Kauf von Minecraft im Jahr 2014 2,5 Milliarden Dollar kosten lassen. Ein stolzer Preis, doch heute zweifelt niemand daran, dass sich die Übernahme gelohnt hat. Kaum ein anderes Game ist so fest in der Popkultur verankert. Das zeigt nicht nur der aktuelle Kinofilm, sondern auch das grosse Merchandise-Angebot rund um das Spiel.

Mann mit rosa Jacke in pixeliger Landschaft.
Legende: Der Erfolg des Games gipfelt nun in einem Kinofilm – mit hochkarätiger Besetzung wie Jason Momoa. Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

Doch der kulturelle Einfluss reicht noch viel tiefer: Eine ganze Generation ist mit Minecraft aufgewachsen. Millionen von Menschen, die mit dem Game erste Schritte in der digitalen Welt gemacht und dabei gelernt haben, wie man mit einem Computer umgeht. Und viele von ihnen sind Minecraft treu geblieben: Das Durchschnittsalter der Spielerinnen und Spieler liegt bei 27 Jahren.

Beitrag zur digitalen Bildung

Für viele von ihnen ist Minecraft mehr als nur ein Spiel: Es ist eine virtuelle Welt, in der sie soziale Kontakte pflegen oder neue Freunde treffen können. Weil das Spiel keine Vorgaben macht, wie man es spielen soll, kann man die Minecraft-Welt einfach als Ort nutzen, an dem man gemeinsam Zeit verbringt – oder versucht, die Welt zu rettet.

Wer will, kann seine Minecraft-Kopie auch auf einem eigenen Server laufen lassen und selbst bestimmen, was dort für Regeln gelten und wer mitspielen darf. Insbesondere für junge Menschen kann Minecraft so ein sicherer digitaler Treffpunkt sein.

Und Bildungseinrichtungen nutzen Minecraft als Lernumgebung – etwa für den Geschichtsunterricht oder um Programmieren zu lehren. Selbst die UNESCO und das World Economic Forum loben das Game deshalb für seinen Beitrag zur digitalen Bildung.

Darum geht es in «A Minecraft Movie»

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Drei Menschen laufen auf einer Brücke, im Hintergrund ein grosses Steinbauwerk.
Legende: Es gab ursprünglich Pläne für eine animierte Version des Minecraft-Films, die jedoch verworfen wurden. Letzlich entschied man sich für eine Live-Action-Adaption. Warner Bros. Pictures via AP

Am 3.4.2025 kommt die Realverfilmung von Minecraft auf die grosse Leinwand. Jason Momoa spielt die Hauptrolle in einem Abenteuer, das lose auf dem Spiel basiert.

Die Handlung von «A Minecraft Movie»: Garrett «The Garbage Man» Garrison (Jason Momoa), Henry (Sebastian Hansen), Natalie (Emma Myers) und Dawn (Danielle Brooks) werden durch ein mysteriöses Portal in die würfelförmige Overworld gezogen, die auf Vorstellungskraft basiert.

Dort treffen sie auf Steve (Jack Black), einen erfahrenen Handwerker, der den Grossteil seines Lebens in dieser alternativen Dimension verbracht hat. Gemeinsam müssen sie die Geheimnisse dieser Welt entschlüsseln und sich gegen Bedrohungen wie Piglins und Zombies verteidigen, um einen Weg zurück nach Hause zu finden.

Man merkt: Der Film zielt nicht auf einen Oscar, sondern auf ein Familienpublikum, das auch schon die «Jumanji»-Filme oder die «Lego»-Adaptionen zum Erfolg machte.

SRF 3, 3.4.2025, 16:20 Uhr

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